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Mützenich: Zwei-Prozent-Ziel der NATO verzichtbar

Archivmeldung vom 09.09.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.09.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Militärausgaben im Vergleich, NATO gegen Russland / Hätte Deutschland 2% des BIP für Militär ausgegeben, so wären die Militärausgaben höher gewesen als die von ganz Russland. Die Zahlen basieren teils auf Schätzungen.
Militärausgaben im Vergleich, NATO gegen Russland / Hätte Deutschland 2% des BIP für Militär ausgegeben, so wären die Militärausgaben höher gewesen als die von ganz Russland. Die Zahlen basieren teils auf Schätzungen.

Bild: Eigenes Werk /OTT

Aus Sicht von SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich ist im kommenden Koalitionsvertrag ein Bekenntnis zum umstrittenen Zwei-Prozent-Ziel der NATO verzichtbar. "Dieser platte Fokus auf das Zwei-Prozent-Ziel hilft uns und unseren Verbündeten nicht weiter", sagte der Außenpolitiker der "Rheinischen Post".

Mützenich weiter: "Den Interessen Deutschlands und der NATO wäre mehr geholfen, wenn wir im nächsten Koalitionsvertrag konkret festhalten, wie wir die sicherheitspolitischen Herausforderungen angehen wollen." Auf einem NATO-Gipfel 2014 in Wales hatten die Alliierten des westlichen Verteidigungsbündnisses ihren politischen Willen erklärt, die nationalen Verteidigungsausgaben mittelfristig auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung zu erhöhen. Der frühere US-Präsident Donald Trump nutzte das als Druckmittel gegenüber Berlin.

Zuletzt erreichte Deutschland eine Quote von gut 1,5 Prozent. Im Streit mit der Union um bewaffnete Drohnen für die Bundeswehr verteidigte Mützenich die zögerliche Haltung der SPD. So sei beim Anti-Terror-Einsatz einer US-Drohne am Kabuler Flughafen eine unbeteiligte afghanische Familie getötet worden, die in die USA habe ausreisen wollen. "Und auch in Mali hätte eine bewaffnete Drohne den letzten Selbstmordanschlag auf unsere Truppen nicht verhindern können." Mützenich zeigte sich v on Kirchen und anderen gesellschaftlichen Gruppen enttäuscht, die eine Drohnen-Debatte eingefordert, diese "aber kaum wahrnehmbar geführt" hätten. Dennoch gebe es auch für die Beschaffung nachvollziehbare Argumente. "Derzeit wird ein Bericht einer von uns beauftragten Kommission unter dem Vorsitz von Herta Däubler-Gmelin erarbeitet, deren Ergebnisse wir noch abwarten wollen." Die SPD-Politikerin Däubler-Gmelin war früher Bundesjustizministerin.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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