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EU-Fleischimporte bedrohen unkontaktierte Indigene

Archivmeldung vom 16.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Satellitenfotos zeigen neue Zerstörung durch Bulldozer in dem Waldgebiet, das von unkontaktierten Ayoreo bewohnt wird.  Bild: © GAT
Satellitenfotos zeigen neue Zerstörung durch Bulldozer in dem Waldgebiet, das von unkontaktierten Ayoreo bewohnt wird. Bild: © GAT

Ein Waldgebiet in Paraguay, das von unkontaktierten Indigenen bewohnt wird, wird zerstört, um Platz für Rinder zu machen, deren Fleisch nach Europa exportiert wird. Neue Satellitenfotos belegen, dass das brasilianische Unternehmen Yaguarete Pora im Norden Paraguays Bäume gefällt hat, die zum angestammten Gebiet der Ayoreo gehören. Einige Ayoreo leben unkontaktiert. Sie sind ständig gezwungen vor den Viehzüchtern zu fliehen, die einen Großteil ihres Landes besetzen.

Yaguarete ist Mitglied im Global Compact der Vereinten Nationen, der Unternehmen dazu bewegen soll, Prinzipien einzuhalten, die “den Schutz der internationalen Menschenrechte unterstützen und achten”.

Doch die Arbeiten des Unternehmens bedrohen das Leben unkontaktierter Ayoreo. Unkontaktierte Völker haben keine oder nur geringe Abwehrkräfte gegen eingeschleppte Krankheiten von außerhalb. Der Kontakt mit den Arbeitern könnte sie daher auslöschen.

In einem aktuellen Bericht an den UN-Global Compact erklärt Yaguarete, dass es bereits mit Viehzucht auf dem Land der unkontaktierten Ayoreo begonnen hat und dass Teile des Rindfleisches nach Europa exportiert werden. Doch in dem Bericht wird nicht auf die Existenz des unkontaktierten Volkes eingegangen.

Survival hat die Europäische Kommission angeschrieben und eine Untersuchung der Fleischimporte des Unternehmens gefordert.

Yaguarete hat versucht seinen Arbeiten einen grünen Anstrich zu verpassen, indem es einen Teil des Landes als “privates Naturreservat” deklariert hat. Doch das Gebiet ist der angestammte Besitz der Ayoreo und kontaktierte Mitglieder der Volkes erheben schon seit über 20 Jahren Anspruch auf den Landtitel.

Zahlreiche Ayoreo, die bereits dazu gezwungen wurden aus dem Wald zu fliehen, sind in den letzten Jahren verstorben. Viele weitere sind unheilbar erkrankt.

Paraguays Walgebiete werden rasend schnell für die Haltung von Rindern abgeholzt, mit denen Märkte in Europa, Afrika, Russland und Nordamerika beliefert werden.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: “Yaguarete missachtet schamlos die noblen Prinzipien, zu denen es sich verpflichtet hat. Und die Vereinten Nationen scheinen dagegen machtlos. Es ist nicht das erste Mal, dass Yaguarete bei derartigen Aktionen erwischt wird – wann wird Paraguay die Bedrohung für das Leben der Ayoreo stoppen?”

Quelle: Survival Deutschland

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