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General Backes rechnet mit weiterer Terror-Infiltration in Afghanistan

Archivmeldung vom 21.06.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.06.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Bundeswehr/Maluche
Bild: Bundeswehr/Maluche

Der amtierende Kommandeur der ISAF-Truppen im Norden Afghanistans, Dirk Backes, rechnet mit der Gefahr weiterer Infiltration der afghanischen Sicherheitskräfte und in der Folge mit neuerlichen Anschlagsversuchen auch gegen führende ISAF- und Bundeswehrkommandeure in Afghanistan.

Backes, der derzeit den nach einem Anschlag verletzten alliierten Nord-Kommandeur Markus Kneip vertritt, sagte der "Leipziger Volkszeitung" in Mazar-i-Sharif: "Diejenigen Kräfte, die den Staatsaufbau in Afghanistan gezielt stören wollen, haben in letzter Zeit ihre Technik zunehmend ausgefeilt." Es komme immer weniger zu direkten Kämpfen, dafür zu mehr intelligenteren Sprengfallen-Anschlägen. "Zudem müssen wir mit mehr Infiltration rechnen", sagte Brigadegeneral Backes.

Angesichts der zwei jüngsten Anschläge auf führende Kommandeure der Bundeswehr im Norden Afghanistan meinte Backes: "Bei den Anschlägen durch Infiltration messen die Angreifer verstärkt der höherrangigen Wahl ihres Zieles Bedeutung zu."

Backes lobte in dem Gespräch ausdrücklich den Auftritt des Bundesverteidigungsministers Thomas de Maizière (CDU) vom vergangenen Freitag bei den Soldaten in Mazar-i-Sharif. "Der Besuch ohne mitgereiste Politiker und Presse ermöglichte Gespräche zwischen Minister und Soldaten in einer Tiefe und Intensität, die sonst nicht erreicht wird." De Maizière habe sich bei der versprochenen Vorstellung der Bundeswehrreform "als Mann des offenen Wortes ausgesprochen positiv" in Szene gesetzt. Die Stimmung der Soldaten sei sehr positiv.

Soldaten, die in Mazar-i-Sharif stationiert sind, äußerten dagegen gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstag-Ausgabe) tiefe Frustration über den Afghanistan-Einsatz und große Enttäuschung über den Minister-Auftritt hinter geschlossenen Türen. Ein Bundeswehrsoldat, der seit Beginn der Bundeswehr-Aktivitäten 2002 jedes Jahr in Afghanistan im Einsatz war, meinte gegenüber der Zeitung: "Die Stimmung in der Truppe zu diesem Einsatz wird immer schlechter. Immer mehr, die voller Elan und Hoffnung nach Afghanistan gekommen sind, kommen zu dem Ergebnis: Es macht keinen Sinn mehr." Dies habe mit mangelnden dauerhaften Erfolgen und mit den überstürzten Abzugsplänen für 2014 zu tun." Ein anderer Soldat berichtete von "wachsendem Druck der Angehörigen", angesichts der unsichereren Lage nicht mehr auf die gefährlichen Patrouillen außerhalb der Bundeswehrlager zu gehen. Viele Soldaten würden "mit diesem Druck kaum noch fertig". Aber alle bekämen von ihren Vorgesetzten unveränderten Druck, immer wieder die gleichen gefährlichen Routen zu befahren, "obwohl gesagt wird, dass wir sowieso 2014 abziehen".

Dem Bundesverteidigungsminister de Maizière wird zwar zugestanden, "dass ihm offenbar nicht wirklich gesagt wird, wie mies die Stimmung in der Truppe tatsächlich ist". Aber angesichts der zahlreichen schweren Opfer unter den Bundeswehrsoldaten in letzter Zeit habe es am vergangenen Freitag "wie Hohn gewirkt", dass de Maizière den Soldaten auf Berichtsgrundlage derer, "die in den schönen vollklimatisierten Räumen sitzen" gesagt habe, er solle sie schön grüßen vom General Kneip aus Koblenz. "Die in den Anzügen und aus den gekühlten Räumen haben doch keine Ahnung davon, was hier wirklich los ist", meinte ein Mannschaftsdienstgrad. Im Vergleich zu Amtsvorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sei de Maizière in Mazir-i-Sharif mit seinen Erklärungen zur Bundeswehrreform "kalt und nüchtern rüber gekommen".

Quelle: Leipziger Volkszeitung (ots)

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