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Bundesbank warnt vor Ende des Hilfsprogramms für Griechenland

Archivmeldung vom 27.01.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.01.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Dr. Joachim Nagel Bild:  Deutsche Bundesbank
Dr. Joachim Nagel Bild: Deutsche Bundesbank

Eine Aufkündigung des bestehenden Hilfsprogramms für Griechenland durch die neue Regierung in Athen hätte fatale Folgen für die griechischen Banken, warnt Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel in einem Interview mit dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe).

"Sollte die Fortführung des Hilfsprogramms für Griechenland infrage stehen, könnte dies bereits die geldpolitische Refinanzierung gefährden", sagte Nagel. "Das hätte fatale Folgen für das griechische Finanzsystem. Die griechischen Banken würden dann ihren Zugang zu Zentralbankgeld verlieren." Dieser Zusammenhang werde nach seinem Eindruck unterschätzt.

Nagel schloss kategorisch aus, dass sich die Notenbanken des Euro-Systems mit den von ihnen gehaltenen griechischen Staatsanleihen an einem Schuldenschnitt beteiligen. "Selbst wenn es dazu käme, könnte das Euro-System dem nicht zustimmen. Ein Forderungsverzicht wäre monetäre Staatsfinanzierung und damit ein Bruch des EU-Vertrages", sagte Nagel.

Ähnlich hatte sich bereits EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré geäußert. Drei Tage vor der Wahl in Griechenland hatte die EZB massive Anleihekäufe beschlossen. Über die zeitliche Nähe der Entscheidung zur Griechenland-Wahl sagte Nagel: "Die Notenbanken des Euro-Systems müssen sich im Grundsatz frei machen von politischen Ereignissen. Die Signalwirkung des Beschlusses – gerade zu diesem Zeitpunkt – sollte jedoch nicht politisch uminterpretiert werden und zu einer Verlangsamung der notwendigen Reformen führen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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