Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Weltgeschehen CEP-Ökonom Gerken: "Italien hat das Potenzial, die Euro-Zone in eine neue tiefe Krise zu stürzen"

CEP-Ökonom Gerken: "Italien hat das Potenzial, die Euro-Zone in eine neue tiefe Krise zu stürzen"

Archivmeldung vom 02.03.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.03.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Thommy Weiss / pixelio.de
Bild: Thommy Weiss / pixelio.de

Mit der Parlamentswahl am Sonntag wird Italien als wirtschaftlicher Risikofaktor für die EU eher größer statt kleiner. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) sagte Lüder Gerken, Vorsitzender der Denkfabrik "Centrum für Europäische Politik" (CEP): "Ein für die EU wirklich günstiger Wahlausgang ist nicht möglich. Selbst wenn eine Regierungsbildung gelingt, sieht es nicht rosig aus. Denn jede der zu erwartenden Koalitionen würde angesichts der gemachten Wahlversprechen zu einem weiteren Aufbau des Schuldenbergs führen."

Schon heute liegt Italiens Schuldenquote bei rund 133 Prozent der Bruttowertschöpfung. Dennoch will keine Partei sparen. "Teilweise sollen die Wahlversprechen durch Euro-Bonds finanziert werden. Das zeigt deutlich, dass Italien das Potenzial hat, die Euro-Zone in eine neue tiefe Krise zu stürzen", warnte Ökonom Gerken in der "NOZ". "Italien kann sich gegenwärtig nur noch über Wasser halten, weil die EZB die Kapitalmarktakteure beruhigt."

Für die Zukunft gibt der CEP-Wirtschaftsexperte keine Entwarnung: "Unabhängig vom Wahlausgang steht die neue Regierung vor riesigen Problemen. Unsere Analysen zeigen, dass die Kreditfähigkeit Italiens seit 2010 kontinuierlich erodiert. Die Schuldentragfähigkeit wird durch das geringe Wirtschaftswachstum, die hohe Arbeitslosenquote und die Kapitalflucht erschwert. Als ob dies noch nicht schlimm genug wäre, haben alle großen Parteien teure Wahlversprechen gemacht".

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

Anzeige: