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Australien und China auf militärischem Konfrontationskurs

Archivmeldung vom 22.02.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.02.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Flagge von Australien
Flagge von Australien

Radio "Stimme Russlands" berichtet: "Die chinesische Flotte hat erstmals ein Manöver mit Kampfschießen unweit der Küste Australiens vorgenommen. Die Übungen riefen in der australischen Presse ein großes Echo und eine erhitzte Diskussion darüber hervor, wie das Land im Lichte der wachsenden Militärkraft Chinas agieren soll. Niemals zuvor hat China seine militärische Stärke so nahe an australischen Territorien demonstriert."

Im Bericht bei Radio "Stimme Russlands" heißt es weiter: "Die chinesische Kampfgruppe, die – soweit das ersichtlich ist – aus zwei Zerstörern und einem Landungsschiff bestand, umfuhr von Süden die indonesische Insel Java und passierte die zu Australien gehörende Weihnachtsinsel. Dabei führten die Chinesen ein Manöver mit Kampfgeschossen durch.

Kaum werden die beendeten Übungen die letzten gewesen sein, davon sprechen auch manche chinesischen Wissenschaftler in Interviews für die australische Presse. Australien gehört zu den Schlüsselverbündeten der USA in der asiatisch-pazifischen Region und beherbergt amerikanische Militärobjekte. Da die chinesische Militärplanung letztendlich auf eine militärische Konfrontation mit den USA im Pazifik abzielt, muss man sich nicht wundern, dass der Bekämpfung von amerikanischen Zielen auf australischem Territorium und Schläge gegen Australien selbst steigende Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Mit dem Anwachsen der militärischen Stärke Chinas wird Australien, wie auch manche anderen Verbündeten der USA in der Region, immer mehr in die Lage der Westeuropäer während des Kalten Krieges geraten. Eine wichtige Aufgabe der chinesischen Außenpolitik wird es sein, sie von der Perspektivlosigkeit einer eindeutigen proamerikanischen Orientierung in dem sich abzeichnenden Wettlauf zu überzeugen. Um das zu tun, wird China ihnen einerseits die Vorteile einer Zusammenarbeit mit der Volksrepublik demonstrieren, andererseits aber auch die möglichen schrecklichen Folgen eines Konflikts.

Im Vergleich zu Japan, dem anderen äußerst wichtigen Verbündeten der USA in der pazifisch-asiatischen Region, besitzt Australien sehr bescheidene Streitkräfte mit nur 57.000 Mann unter Waffen und ein riesiges Territorium, das des Schutzes bedarf. Mit der Stationierung von neuen Waffensystemen durch China, etwa U-Booten der neuen Generation und seegestützten Flügelraketen, werden sich die Australier immer hilfloser fühlen.

In der australischen Presse werden unterschiedliche Varianten des Reagierens auf das Auftauchen von chinesischen Schiffen an den Meeresgrenzen des Landes diskutiert – bisher sind alle Varianten aber von sehr eingeschränktem Charakter. Es darf gezweifelt werden, dass Australien überhaupt irgendwelche effektiven Ressourcen zum Reagieren auf die wachsende chinesische Militärstärke besessen hat. Angesichts des wachsenden Drucks seitens der Volksrepublik könnte Australien vor die Wahl gestellt werden, entweder die Bündnisbeziehungen zu den USA abzuschwächen und dafür bessere Beziehungen zu China zu erhalten, oder sich in den Sicherheitsfragen in Asien völlig der amerikanischen Politik unterzuordnen.

In einer ähnlichen Lage während des Kalten Krieges trafen die europäischen Länder unterschiedliche Entscheidungen, je nach den Stimmungen ihrer Bevölkerung und der innenpolitischen Situation. Das zwang sowohl die USA als auch die UdSSR zu Versuchen der Einmischung in die Innenpolitik der europäischen Staaten und zur Verstärkung von Ausspähoperationen auf deren Territorium.

Im Ganzen war der Kalte Krieg ein Beispiel dafür, wie zu einer militärischen Konfrontation eskalierte Angst und Misstrauen auf beiden Seiten sich immer mehr Gebiete des öffentlichen Lebens untertan machten und unweigerlich zum Anwachsen der Rüstungsausgaben, zu innenpolitischen Skandalen und verstärkter Kriegsrhetorik führten. Wird die amerikanisch-chinesische Konfrontation in Asien der gleichen Logik folgen?"

Quelle: "Stimme Russlands"

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