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Entführter Journalist Moore frei - Schlaglicht auf Gefahren für Journalisten in Somalia

Archivmeldung vom 23.09.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.09.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Logo - Reporter ohne Grenzen e.V.
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Reporter ohne Grenzen (ROG) ist erleichtert über die Freilassung des Journalisten Michael Scott Moore in Somalia. Moore, der deutscher und US-Staatsbürger ist, war im Januar 2012 in der Stadt Galkayo bei Recherchen für ein Buch über Piraterie entführt worden. Laut Spiegel Online kam er am (heutigen) Dienstag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu an und wurde von deutschen Beamten in Empfang genommen. Sicherheitskreisen zufolge gehe es ihm "den Umständen entsprechend gut".

"Die langwierige Entführung Michael Scott Moores ruft auf tragische Weise in Erinnerung, wie gefährlich die Situation für Journalisten in Somalia ist", sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. "Zwischen den Fronten der Regierung und der islamistischen Schabab-Miliz arbeiten Medienschaffende dort in ständiger Lebensgefahr."

Somalia gehört für Journalisten seit Jahren zu den gefährlichsten Ländern der Welt. 2013 wurden dort mindestens sieben Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet; hinter sämtlichen Taten wurde die islamistische Schabab-Miliz vermutet. 2014 ist bislang mindestens ein Medienschaffender ermordet worden: der Radiojournalist Yusuf Keynan, auf den am 21. Juni ein tödlicher Bombenanschlag verübt wurde. (http://bit.ly/1x7mvoJ)

IN DER KLEMME ZWISCHEN AL-SCHABAB UND REGIERUNG

Die Schabab-Miliz lässt in ihrem Herrschaftsbereich nur politische und religiöse Propaganda zu, hat insgesamt Dutzende Medienschaffende ermordet und Anfang des Jahres die Nutzung des Internets verboten. In der Hauptstadt Mogadischu ist die Lage so gefährlich, dass manche Journalisten in ihren Redaktionsräumen wohnen, um unnötige Wege zu vermeiden.

Zugleich drangsalieren Regierung und Behörden unabhängige, kritische Medien mit Razzien, willkürlichen Festnahmen und Folter, Beschlagnahmungen und bürokratischen Schikanen. So schlossen Sicherheitskräfte Mitte August die beiden unabhängigen Radiosender Shabelle und Sky FM und nahmen insgesamt 19 ihrer Mitarbeiter fest. Während die meisten davon nach zwei Tagen freikamen, wurden der Eigentümer der Shabelle-Mediengruppe, Abdiimalik Yusuf Mohamud, Shabelle-Chefredakteur Ahmed Abdi Hassan and Sky-FM-Chef-Direktor Mohamud Mohamed Dahir weiter festgehalten und in der Haft wiederholt gefoltert. (http://bit.ly/1rtt4yT)

Seit der Geheimdienst am 2. September jede Berichterstattung über die Aktivitäten von Al-Schabab verbot, wurden weitere Radiosender geschlossen und Journalisten festgenommen. (http://bit.ly/1v4TsyY) Anfang September verabschiedete die somalische Regierung zudem ein repressives, weithin kritisiertes neues Mediengesetz, das unter anderem eine Lizenzpflicht für alle Medien einführen und Redaktionen verpflichten würde, auf gerichtliche Anordnung journalistische Quellen sowie die Namen anonym schreibender Autoren offenzulegen. (http://bit.ly/1mJDiLg)

WELTWEIT MEHR ALS 30 JOURNALISTEN ENTFÜHRT

Weltweit waren nach Informationen von ROG Anfang September mindestens 34 Journalisten und Medienschaffende entführt oder verschwunden, deren Namen öffentlich bekannt sind. Mehr als die Hälfte von ihnen wurden in Syrien verschleppt. (http://bit.ly/1dzFz1f)

Somalia steht auf Platz 176 von 180 Ländern in der ROG-Rangliste der Pressefreiheit. Weitere Informationen zur Lage dort finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de/somalia/.

Quelle: Reporter ohne Grenzen e.V. (ots)

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