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Streubombenkonferenz in Dubrovnik: Staaten verurteilen jeden Einsatz von Streubomben

Archivmeldung vom 10.09.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.09.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Opfer des Einsatzes von Streumunition. Bild: pxkls / de.wikipedia.org
Opfer des Einsatzes von Streumunition. Bild: pxkls / de.wikipedia.org

Am morgigen Freitag endet die erste Überprüfungskonferenz zur Konvention über ein Verbot von Streubomben in Dubrovnik. Die anwesenden Vertragsstaaten verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung jeden Einsatz dieser grausamen Waffen, die zu 92% Zivilbevölkerung treffen. Nur Großbritannien, Kanada und Australien äußerten Vorbehalte zur gemeinsamen Erklärung im Blick auf mögliche militärische Kooperation mit Staaten, die dem Verbotsvertrag nicht beigetreten sind. Obwohl fast 100 Staaten Streubomben geächtet haben, wurden die Waffen im letzten Jahr noch in fünf Ländern eingesetzt, zuletzt durch Saudi-Arabien im Jemen.

"Wir sind sehr froh, dass nach langen Diskussionen eine starke politische Erklärung verabschiedet wurde," sagt Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin von Handicap International Deutschland in Dubrovnik. "Der Vertrag über ein Verbot von Streubomben stigmatisiert diese grausamen Waffen - diese wichtige Wirkung darf nicht aus staatspolitischer Rücksicht abgeschwächt werden."

Mit einem auf fünf Jahre angelegten Aktionsplan haben die Vertragsstaaten in Dubrovnik auch ihr künftiges Engagement bestärkt. Besonders ambitioniert ist dieser Plan im Blick auf die Unterstützung der Opfer von Streubomben. Er enthält konkrete Schritte zur Verbesserung der Versorgung von Menschen, die aufgrund von Streubomben mit schweren Behinderungen leben müssen, und ihrer Familien. Opferhilfe richtet sich laut dem Verbotsvertrag an alle, die aufgrund von Streubomben an physischen und psychischen Verletzungen leiden oder wirtschaftlichen Schäden und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Die international tätige Organisation Handicap International unterstützt die Betroffenen durch Projekte in vielen betroffenen Ländern.

Um Streubombenüberlebende und ihre Recht auf Inklusion in den Mittelpunkt der Konferenz zu rücken, hat Handicap International mit Unterstützung der deutschen und der kroatischen Regierung im Rahmen der Konferenz eine "Nacht der Inklusion", ein inklusives Tanz- und Sportevent, veranstaltet. Delegierte der anwesenden Staaten, internationalen Institutionen und der Streubombenkampagne erlebten gemeinsam eine intensive Performance von Tänzerinnen und Tänzern mit und ohne Behinderung - darunter Ballerina Deana Gobac aus Zagreb, die 1995 bei einem Angriff mit Streubomben verletzt wurde. Beim anschließenden Sitzvolleyball-Turnier spielten kroatische paralympische Profis gemeinsam mit Streubombenüberlebenden, Diplomaten und AktivistInnen aus verschiedenen Ländern. Umrahmt wurde der unterhaltsame Abend von der Ausstellung "Barriere:Zonen" des Bamberger Fotojournalisten Till Mayer mit berührenden Portraits von Streubombenüberlebenden und anderen Menschen, die durch Krieg oder Kriegsfolgen verletzt wurden.

Quelle: Handicap International (ots)

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