Bericht: Kanzleramtschef kann Gaza-Behauptungen nicht belegen
Die Bundesregierung kann die Behauptung von Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) offenbar nicht belegen, "dass über 50 bis zu 90 und mehr Prozent" der Hilfslieferungen im Gazastreifen "von Terroristen, von der Hamas, von Organisierter Kriminalität gekapert werden".
Für die Bewertung von Sachverhalten im Sinne der Fragestellung habe man
Erkenntnisse der Uno, humanitärer Organisationen und
"nachrichtendienstliche Lageeinschätzungen" herangezogen, heißt es in
der Antwort des Auswärtigen Amts auf eine schriftliche Anfrage der
Grünen, über die der "Spiegel" berichtet. Nach Informationen des
Nachrichtenmagazins stammen die Zahlen, die Frei in einem TV-Interview
genannt hatte, vom BND, bezogen sich aber nur auf Vorfälle der letzten
Julitage.
"Die Behauptung, bei den Menschen, die sich um diese
knappen Lieferungen drängen, handele es sich mehrheitlich um Terroristen
oder Kriminelle, ist durch nichts belegt", sagte die
Grünen-Bundestagsabgeordnete Luise Amtsberg, "von einem Kanzleramtschef
darf man aber erwarten, dass er die Lage vor Ort sachlich einordnet."
Das Kanzleramt solle den Druck auf die israelische Regierung erhöhen,
"statt daran mitzuwirken, die sehr gefährliche Arbeit der
Hilfsorganisationen in Gaza zu diskreditieren".
Quelle: dts Nachrichtenagentur