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Ku-Klux-Klan-Bild von 1984: Gouverneur bestreitet, Mann auf Foto zu sein

Archivmeldung vom 04.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Screenshot Twitter
Bild: Screenshot Twitter

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Virginia, Ralph Northam, ist laut Medienberichten wegen eines als rassistisch kritisierten Fotos aus seiner Studienzeit in Bedrängnis geraten. Es zeigt eine Person in der weißen Kutte des rassistischen Ku-Klux-Klans und eine zweite mit schwarz geschminktem Gesicht. Rücktrittsforderungen werden laut, teilt Sputnik mit. Ralph Northam selbst soll widersprüchliche Erklärungen zu dem Foto geliefert haben.

Weiter heißt es auf der deutschen Webseite des russischen online Magazins: "​Am Freitag habe der demokratische Gouverneur bestätigt, dass er einer der Kostümierten auf dem Foto sei, und sich dafür entschuldigt: Die Verkleidung sei „eindeutig rassistisch und beleidigend“.

​Am Samstag folgte jedoch eine Kehrtwende: Northam zog seine Erklärung zurück und bestritt, auf dem Foto abgebildet zu sein. „Das bin definitiv nicht ich. Seit meiner Erklärung von gestern habe ich mich mit meiner Familie und meinen Kommilitonen von damals zurückerinnert und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht die Person auf dem Foto bin“, wird Northam von der österreichischen „Kronen Zeitung“ zitiert.

Die Demokratische Partei forderte am Samstag Northams Rücktritt. Der rassistische Inhalt des Fotos widerspreche klar den Grundwerten der Partei. Auch mehrere Präsidentschaftsaspiranten der Partei gingen sofort auf Distanz. „Das Schandmal des Rassismus sollte keinen Platz in den Hallen der Regierung haben“, erklärte die afroamerikanische Senatorin Kamala Harris.

Der republikanische Präsident Donald Trump kritisierte das Foto via Twitter als „unverzeihlich“. Außerdem ließ er eine Spitze gegen das Wahlkampfteam des Republikaners Ed Gillespie los, der Northam bei den Gouverneurswahlen 2017 unterlegen gewesen war: Gillespie sollte seine damaligen Helfer wegen „Pflichtversäumnis“ zur Rechenschaft ziehen, schrieb Trump. „Wenn sie dieses schreckliche Bild vor der Wahl entdeckt hätten, hätte er mit 20 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen!“

Das Foto aus dem Uni-Jahrbuch von 1984 sei zunächst von einer Website ins Netz gestellt und dann von den US-Medien übernommen worden. Die typische Kapuzenrobe des Ku-Klux-Klans erinnert an dessen grausame Lynchmorde an Afroamerikanern vor allem in den US-Südstaaten — auch in Virginia. Umstritten ist auch das sogenannte Blackfacing — die Methode, dunkel-geschminkte weiße Schauspieler die Rollen von Schwarzen auf der Bühne oder der Leinwand übernehmen zu lassen. Sie knüpft an rassistische Stereotypen an."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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