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Amazonas-Indigene nehmen Kontakt auf: „Umzingelt von Holzfällern“

Archivmeldung vom 21.01.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.01.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Die unkontaktierte Awá Irahoa und zwei ihrer Verwandten nahmen mit einer sesshaften Gemeinde Kontakt auf. Holzfäller dringen in ihren Wald ein und haben in der Vergangenheit auch Awá angegriffen. Bild:  © Madalena Borges/CIMI-MA
Die unkontaktierte Awá Irahoa und zwei ihrer Verwandten nahmen mit einer sesshaften Gemeinde Kontakt auf. Holzfäller dringen in ihren Wald ein und haben in der Vergangenheit auch Awá angegriffen. Bild: © Madalena Borges/CIMI-MA

Drei abgeschieden lebende Awá-Indianer haben im Nordosten des brasilianischen Amazonasregenwaldes Kontakt mit einer sesshaften Awá-Gemeinde aufgenommen. Amakaria, die Anführerin der Gruppe, und mehrere ihrer Verwandten wurden wahrscheinlich schon vor einigen Jahrzehnten durch ein Team der brasilianischen Regierung kontaktiert, entschieden sich jedoch wieder für ein zurückgezogenes Leben im Wald.

Es ist noch unklar, warum die Gruppe nun Kontakt aufgenommen hat. Ein sesshafter Awá berichtete der brasilianischen Organisation CIMI: „Sie waren von Holzfällern umzingelt. Wir hörten viel Lärm von den Kettensägen in der Nähe und Traktoren, die Transportwege für das Holz in den Wald schlugen. Und viele Bäume waren markiert, um gefällt zu werden. Also sagten wir: ‚Kommt mit uns, sonst werden die Holzfäller euch töten.‘ Und sie folgten uns.“

Unkontaktierte Awá, insgesamt rund 100 Personen, sind vom Aussterben bedroht. Sie könnten durch die Gewalt von Eindringlingen, die ihr Land und dessen Ressourcen stehlen, oder durch eingeschleppte Krankheiten wie Masern und Grippe ausgerottet werden.

Seit der Entdeckung von Eisenerz in der Region in den 1970er Jahren und dem darauf folgendem Projekt Grande Carajás, ein „Entwicklungsprojekt“, das unter anderem von der Weltbank finanziert wurde, erleben die Awá ein massives Eindringen in ihren Wald. Illegale Holzfäller, Siedler und Farmer ziehen in die Region. Einige Awá wurden während der Jagd im Wald von Holzfällern erschossen.

Vale, das Unternehmen, welches die riesige Eisenerzmine Carajás in der Nähe des Awá-Territoriums leitet, plant zudem die Ausweitung einer Bahnstrecke, die am Land der Awá vorbeiführt. Die Awá lehnen das Projekt ab, weil es ihrer Ansicht nach weiteren Lärm verursachen und damit das Wild verscheuchen würde, von dem sie leben. Zudem würden noch weitere Siedler in das Gebiet kommen.

Im Januar 2014 führte die brasilianische Regierung eine große Bodenoffensive gegen illegale Abholzung und Besiedlung im zentralen Awá-Territorium durch. Der Aktion war eine zweijährige Kampagne von Survival International, der globalen Bewegung für die Rechte indigener Völker, für die Awá vorausgegangen.

Obwohl die Operation ein großer Erfolg war, hat es die brasilianische Regierung seitdem versäumt den langfristigen Schutzplan für das Gebiet vollständig umzusetzen, was eine Rückkehr der Holzfäller ermöglichen könnte. Survival fordert vom Justizminister weiterhin den sofortigen Schutz des Awá-Gebietes und die Ausweisung von Siedlern in anderen indigenen Gebieten, in denen Awá leben, darunter auch das Gebiet in dem Amakaria und ihre Verwandten Kontakt aufgenommen haben.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „Allen unkontaktierten Völkern droht eine Katastrophe, wenn ihr Land nicht geschützt wird. Die Geschichte von Amakaria ist ein Beleg dafür, dass unkontaktierte Awá am Rand der Ausrottung leben. 2014 schaffte es Survivals Kampagne Brasilien zur Ausweisung der illegalen Holzfäller vom Land der Awá zu bewegen, aber es ist entscheidend, dass diese Arbeit jetzt nicht aufhört. Wenn die unkontaktierten Awá eine Chance haben sollen zu überleben, muss ihr Land richtig geschützt werden.“

Quelle: Survival Deutschland

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