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Grünen-Politiker Trittin nennt Atompläne aus Brüssel "unfassbaren Blödsinn"

Archivmeldung vom 17.05.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.05.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Jürgen Trittin (2014)
Jürgen Trittin (2014)

Foto: Martin Rulsch
Lizenz: CC BY-SA 3.0 de
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin hat Überlegungen aus Brüssel für einen Ausbau der Atomenergie als "Blödsinn unfassbaren Ausmaßes" zurückgewiesen. "Rückwärts immer, vorwärts nimmer - das ist die Energiepolitik der EU-Kommission", sagte Trittin der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). Die Entwicklung und der Bau neuer Atomkraftwerke sei ökonomisch, ökologisch und sicherheitspolitisch eine "Geisterfahrt", die Deutschland stoppen müsse.

Atomkraft sei und bleibe eine Hochrisikotechnologie, aus der die Welt schnell und endgültig aussteigen müsse. Besonders in Zeiten steigender Terrorgefahr nannte es der frühere Bundesumweltminister "ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, mit spaltbarem Material zu hantieren". Das habe die ganze Welt inzwischen begriffen, nur die EU-Kommission verharre "in der energiepolitischen Steinzeit".

Der Strompreis nähert sich nach den Worten Trittins inzwischen zwei Cent pro Kilowattstunde. Gleichzeitig setze die die EU-Kommission auf eine Technologie, die Milliardensubventionen an Steuergelder verschlinge. Allein der Bau von Hinkley Point C in Großbritannien werde über 35 Jahre dauern und über 22 Milliarden Subventionen kosten. "Der richtige Weg heißt erneuerbare Energien. Am letzten Wochenende haben diese in Deutschland erstmals den kompletten Strombedarf gedeckt", sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete.

Zuvor war der Entwurf eines Papiers der Forschungsabteilung der EU-Kommission bekannt geworden. Darin werden als mögliche Forschungsschwerpunkte die Entwicklung kleiner und flexibler Mini-Atomkraftwerke genannt. Atomkraft sei einer von mehreren möglichen Forschungsschwerpunkten, hieß es als Reaktion auf Proteste.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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