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Merkel verurteilt Antisemitismus

Archivmeldung vom 15.09.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.09.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Angela Merkel (2013)
Angela Merkel (2013)

Foto: Alexander.kurz
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Antisemitismus in Deutschland und Europa auf das Schärfste verurteilt. Dass es heute in Deutschland Übergriffe auf Juden oder Menschen, die Israel verteidigten gebe, sei ein "ungeheurer Skandal", so Merkel am Sonntag bei einer Kundgebung gegen Antisemitismus in Berlin. Diskriminierung und Ausgrenzung dürften hier keinen Platz haben.

Deutschland sei sich seiner historischen Verantwortung bewusst, gegen Antisemitismus vorzugehen und ihm vorzubeugen, so die Bundeskanzlerin weiter. An der Kundgebung unter dem Motto "Steh auf! Nie wieder Judenhass!", zu der der Zentralrat der Juden eingeladen hatte, nahmen nach Polizeiangaben rund 4.000 Menschen teil.

Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel und Bundespräsident Joachim Gauck waren anwesend.

WJC-Präsident fordert verstärkte Anstrengungen gegen Antisemitismus

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald S. Lauder, ruft angesichts der Welle judenfeindlicher Vorfälle Politik und Gesellschaft in Deutschland dazu auf, dem Antisemitismus entschlossen entgegen zu treten: "Es braucht mehr Anstrengungen in den Schulen, in den Elternhäusern, bei den Fernsehsendern", schreibt Lauder in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". "Antisemitische Taten müssen besser erfasst werden. Die Dunkelziffer ist zu hoch." Lauder, dessen Jüdischer Weltkongress als Zeichen gegen Judenhass ab Sonntag für vier Tage in Berlin zusammen kommt, schreibt weiter: "Slogans wie "Juden sind Kindermörder" oder "Juden ins Gas" waren in diesem Sommer in Europa zu sehen und zu hören - sogar auf Deutschlands Straßen.

Im Gewand der Israel-Kritik zeigte sich nackter Antisemitismus plötzlich wieder ganz offen. Das war für viele Juden ein Schock." Ein freiheitliches Land könne und dürfe nicht hinnehmen, wenn jemand auf der Straße wegen Israels Politik attackiert oder verleumdet werde. "Die Politik, die Medien, ja die ganze Gesellschaft müssen darauf reagieren." Lauder forderte mehr Sicherheit für die in Deutschland lebenden Juden: "Mehr Sicherheit bedeutet aber nicht mehr Polizei vor Synagogen und jüdischen Zentren, sondern vielmehr dafür zu sorgen, dass diese irgendwann nicht mehr gebraucht wird, weil sich Juden überall in Deutschland wieder sicher fühlen können."

Gerade den Deutschen sollte der Kampf gegen Judenhass Herzensangelegenheit sein, so Lauder weiter. "In den letzten 25 Jahren gab es eine jüdische Renaissance in Deutschland - sie soll weitergehen. Dazu braucht es Vertrauen. Damit dieses Vertrauen nicht enttäuscht wird, muss der Antisemitismus mit aller Macht bekämpft werden. Ich bin sicher, dies wird Deutschland gelingen."

Zu der Großkundgebung gegen Antisemitismus in Berlin sagte Lauder: "Wir Juden sind dafür dankbar."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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