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Versandhändler Otto beklagt mangelnde Risikobereitschaft junger Unternehmer

Archivmeldung vom 10.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Dr. Michael Otto, Vorsitzender des Kuratoriums, führt in das Thema der 7. Hamburger Gespräche ein. Bild: obs/Michael Otto Stiftung für Umweltschutz
Dr. Michael Otto, Vorsitzender des Kuratoriums, führt in das Thema der 7. Hamburger Gespräche ein. Bild: obs/Michael Otto Stiftung für Umweltschutz

Der Hamburger Versandhaus-Patriarch Michael Otto wünscht sich mehr Risikofreude beim Unternehmer-Nachwuchs. "Der Anteil der jungen Menschen, die sich selbstständig machen wollen, ist in Deutschland noch viel zu gering", sagte Otto dem "Handelsblatt". "Schon an den Gymnasien und Hochschulen sollte der Nachwuchs animiert werden, später vielleicht auf eigenen Füßen stehen zu wollen. Ein bisschen mehr Wirtschaft täte unseren Ausbildungsstätten auf jeden Fall gut.

Und leider beobachte ich auch ein gewisses Defizit an digitalem Fachwissen", so Otto weiter. "Ganz Europa liegt da deutlich hinter dem Rest der Welt zurück", warnte gegenüber dem "Handelsblatt" auch Andreas Haug, Partner und Mitgründer des Risikokapitalgebers Eventures, an dem sowohl Otto privat als auch sein Konzern beteiligt ist. Haug sagte: "Deutschland wird seiner wirtschaftlichen und innovativen Führungsrolle da leider schlicht nicht gerecht."

Der Venture-Capital-Profi sieht "mit Skepsis", wie weit verbreitet beim deutschen Nachwuchs "noch der Wunsch nach einer Beamtenkarriere ist". Kritik übte Otto an dem Berliner Start-up-Inkubator Rocket Internet der Gebrüder Samwer: "Anfangs empfand ich Rocket durchaus als Segen, weil es den Boden bereitet hat. Mittlerweile sehe ich die Performance der Firma als eher belastend", so der 73-jährige. "Es wurden viele Versprechen gegeben, die nicht gehalten wurden. Das ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit geworden – und das färbt leider auf die gesamte Szene ab."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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