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Facebook soll Usern sagen, wie viel sie wert sind

Archivmeldung vom 25.06.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.06.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Kapitol: US-Senat will Wert von Daten wissen.
Kapitol: US-Senat will Wert von Daten wissen.

Bild: pixabay.com, drjuneknight

Ein Gesetzentwurf, den der US-Senat momentan bearbeitet, könnte Internet-Giganten wie Facebook und Google dazu zwingen, ihre US-Kunden regelmäßig darüber zu informieren, welche Daten sie gesammelt haben und wie viel diese wert sind. Laut dem Entwurf müssten einige der größten Social-Media-Netzwerke und Suchmaschinenbetreiber ihren Nutzern dann alle 90 Tage einen Bericht schicken, in dem sie diese Informationen offenlegen.

Kunden leisten Erfolgsbeitrag

"Mit diesem Gesetzentwurf würden die USA bei der Transparenz noch weitergehen als die EU mit der Datenschutzgrundverordnung. Kunden wären nicht nur einmal, sondern dauerhaft informiert. Das ist sehr wichtig, denn man vergisst sonst oft, dass ein Netzwerk die eigenen Daten noch zur Verfügung hat. Es ist vor allem erfreulich, wenn Kunden Verständnis darüber haben, dass Unternehmen mit den Kundendaten ein Geschäft machen. Momentan stehen die meisten Konzerne nicht dazu", meint Datenschutz-Experte Georg Markus Kainz gegenüber pressetext.

Der demokratische Senator Mark Warner, der den Entwurf vorgelegt hat, meint, dass Daten wie Alter, Aufenthaltsort und Beziehungsstatus pro Nutzer etwa fünf Dollar im Monat wert sind, wobei andere Quellen diese Zahl wesentlich höher einschätzen würden. "Diese Firmen nehmen enorme Daten von uns. Wenn Sie ein aktiver Facebook-Nutzer sind, wäre es möglich, dass Facebook mehr über sie weiß als die US-Regierung. Die Menschen wissen erstens nicht, wieviele Daten über sie gesammelt werden, und zweitens nicht, wie viel diese Daten wert sind", so der Senator.

Republikanische Seite unterstützt

Für Kainz ist es von großer Bedeutung, dass Kunden über die Nutzung und den Wert von Daten Bescheid wissen: "Beispielsweise wäre es gut zu wissen, wieviel die Telekom Austria mit Kundendaten zusätzlich verdient. Hier muss es mehr Transparenz geben. Denn warum sollten Kunden nicht informiert werden, wenn sie doch mit ihren Daten einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten? Auf europäischer Ebene sollte es deswegen ein ähnliches Gesetz geben", fordert der Datenschutzexperte.

Mark Warner wird bei seinem Gesetzentwurf vom republikanischen Senator Josh Hawley unterstützt. Hawley hat erst vergangene Woche einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Facebook und andere Internet-Giganten für die Inhalte, die Nutzer posten, verantwortlich machen soll. Dieses Gesetz würde Unternehmen mit über 100 Mio. monatlichen Nutzern betreffen. Sie müssten auch den gesamten Wert ihrer Kundendaten einmal pro Jahr der US-Börsenaufsichtsbehörde vorlegen.

Quelle: www.pressetext.com/Georg Haas

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