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Flüchtlingshilfsprogramme im Irak stark unterfinanziert

Archivmeldung vom 15.09.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.09.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Flagge Irak
Flagge Irak

Internationale Hilfsprogramme für syrische Flüchtlinge im Irak sind deutlich unterfinanziert. Nach einem Bericht der Düsseldorfer "Rheinischen Post" unter Berufung auf ein Regierungspapier waren Ende vergangenen Jahres nur 45 Prozent der benötigten Summe von 229 Millionen Dollar von Geberzusagen gedeckt; in diesem Jahr seien es lediglich 11,5 Prozent des vom Flüchtlingshilfswerk errechneten Bedarfs von 227 Millionen Dollar.

Die Bundesregierung habe sich entschieden, den Umfang ihrer humanitären Hilfe für den Irak von bislang 43,4 auf 70 Millionen Euro aufzustocken. Im Irak seien insgesamt rund 1,9 Millionen Menschen auf Ernährungshilfe angewiesen. Nach dem Bericht auf Anfrage der Linken leben rund 226.000 syrische Flüchtlinge in der Autonomen Kurdischen Region. "Über 60 Prozent von ihnen leben nicht in Lagern, sondern in sie aufnehmenden Gemeinden in der Region Kurdistan-Irak", schreibt die Regierung. Die sozialen Beziehungen zur ortsansässigen kurdischen Bevölkerung seien gut.

Viele Einwohner könnten aufgrund der eigenen, nicht lange zurückliegenden Erfahrung mit Flucht und Vertreibung die Situation der Flüchtlinge nachempfinden. Als Konsequenz forderte die Linken-Entwicklungsexpertin Helin-Evrim Sommer die Regierung zu einer Neuausrichtung ihrer Irakpolitik auf. "Die Bundesregierung sollte ihre bisherige Unterstützung für die kurdische Autonomieregion im Nordirak zu einer Entwicklungspartnerschaft aufwerten", sagte Sommer. Im Unterschied zum Regime in Bagdad hätten sich die Kurden als "verlässliche Partner" erwiesen.

Quelle: Rheinische Post (ots)

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