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RWE-Chef ruft Politik zu stärkeren Ökostrom-Ausbau auf

Archivmeldung vom 07.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
RWE hat defakto das Strommonopol in Deutschland: Somit sind Monpol-Höchstpreise garantiert zzgl. EEG, CO2 und sonstigen Steuern (Symbolbild)
RWE hat defakto das Strommonopol in Deutschland: Somit sind Monpol-Höchstpreise garantiert zzgl. EEG, CO2 und sonstigen Steuern (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz ruft die Politik zu einem stärkeren Ökostrom-Ausbau in Deutschland auf. "Vor der eigenen Haustür sind die Bedingungen derzeit einfach nur selten gut genug", sagte Schmitz der "Süddeutschen Zeitung".

Es gebe kaum noch Genehmigungen für neue Windräder an Land. "Sie finden kaum noch Flecken, wo Sie keine Klagen haben, keine Bürgerinitiativen", so der RWE-Chef. Wenn die Bundesregierung einen Ökostrom-Anteil von 65 Prozent bis 2030 erreichen wolle, müsse sie Genehmigungsverfahren vereinfachen und das Verbandsklagerecht beschneiden. "Ich fürchte, dass man stärker in die Rechte von Bürgern eingreifen müsste." Es gebe in der Gesellschaft eine gewisse Bigotterie: "Alle wollen Energiewende, aber nicht bei sich selbst", sagte Schmitz. "Ich hoffe aber, dass die jungen Leute, die jetzt für Fridays for Future auf die Straße gehen, in zehn Jahren einverstanden sind, wenn ein Windrad hinter ihrem Garten entsteht oder eine Stromleitung."

Auch dem Manager bereite der Klimawandel Sorgen. "Greta Thunberg hat das sehr konsequent gemacht, aber ihre Mittel sind nicht unsere", so Schmitz. "Wir wollen zeigen, wie es sich umsetzen lässt." RWE steige spätestens 2038 aus der Kohle aus, "je nach Entwicklung an den Märkten auch früher". Die Demonstrationen gegen sein Unternehmen seien "nicht spurlos" an ihm vorbeigegangen, so Schmitz. Die sogenannte Kohlekommission hatte der Bundesregierung im Januar einen Kohleausstieg bis 2038 empfohlen und den Erhalt des Hambacher Forsts bei Köln als wünschenswert bezeichnet. "Wir prüfen jetzt, ob wir den Wunsch umsetzen können, den Forst stehen zu lassen, und ob die Genehmigungsbehörden damit einverstanden wären", so der RWE-Chef weiter.

"Dies hätte allerdings gigantische Konsequenzen." RWE müsste Millionen Ladungen Erdreich transportieren, um die steilen Böschungen des heutigen Tagebaus zu stabilisieren. "Ich gehe davon aus, dass das machbar ist, aber es muss bezahlt werden", so Schmitz. Über entsprechende Entschädigungen verhandle der Konzern derzeit mit dem Bund. Einen Erhalt von fünf Dörfern am benachbarten Tagebau Garzweiler schließt Schmitz aus. "Wenn der Tagebau Hambach umgeplant wird, damit der Wald stehen bleibt, brauchen wir den Tagebau Garzweiler erst recht komplett." Die Alternative wäre, ad hoc komplett auszusteigen. "Doch das hat weder die Kohlekommission so empfohlen, noch könnte das der Industriestandort Deutschland vertragen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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