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Auf ein Neues: Adidas und Parley for the Oceans gemeinsam für eine umweltfreundliche, nachhaltige Kollektion

Archivmeldung vom 10.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Plastikmüll
Plastikmüll

Foto von Leonid Danilov von Pexels

Erste Gesetze im Kampf gegen den Plastikmüll sind erlassen, bis 2030 sollen alle Verpackungen auf dem EU-Markt wiederverwendbar oder kostengünstig recycelbar sein. Vielen geht das zu langsam, viele fordern, Plastikverpackungen überhaupt zu vermeiden …

Müll in den Meeren

Schon seit Jahren sind in den Medien immer wieder schockierende Bilder zu den Folgen von Plastikmüll in Ozeanen zu sehen. Hochseevögel, Fische, Schildkröten, Wale – qualvoll verendet am Strand. Den Magen voll mit Teilen von Kunststoffverpackungen, Handyteilen und vielen anderen Scheußlichkeiten, die von den Tieren irrtümlicherweise für Nahrung gehalten wurden. Wissenschaftler, die der Sache nachgehen, berichte, dass 93% der Eissturmvögel, die sich ihre Nahrung nur auf der Hochsee holen, Kunststoff im Magen haben. Auch, dass Schildkröten immer wieder Plastiktüten mit Quallen verwechseln, ist mittlerweile überall bekannt. Und wie oft haben wir nicht alle Videos gesehen, in denen Delphine, Wale und Schildkröten von Geisternetzen oder anderem Plastikmüll befreit und gerettet werden, glücklicherweise, aber vielleicht nur für kurze Zeit, so lange, bis sie wieder in eines dieser tödlichen Teile verwickelt werden?

Wie kann aus „Ocean Plastic“ ein trendiges Paar Sneaker werden? Adidas und Parley hatten bereits ozeanfreundliche Kollektionen entworfen, die Du in Online-Shops wie Idealo oder Proswimwear shoppen kannst. Ein Adidas Gutschein verhilft zu Schnäppchenpreisen.

Müll am Strand, Müll in der Nahrung

Unsere Strände sind voller Müll und Mikroplastik, das außerdem über die Nahrungskette auch wieder in unserem Körper landet, mit Folgen, die derzeit einfach in ihrem ganzen Umfang unabsehbar sind. Ganz zu schweigen von den im Plastik enthaltenen Zusatzstoffen wie Weichmacher und Flammschutzmittel, die schon seit Jahrzehnten in der gesamten tierischen und menschlichen Nahrungskette von der Antarktis bis zum Nordpol nachgewiesen sind und für schwere Missbildungen an Embryonen und Tumore verantwortlich gemacht werden.

Abgesehen von dem biologischen Schaden richtet dieser Müll auch großen wirtschaftlichen Schaden an (für die Schifffahrt, den Tourismus), der weltweit auf jährlich 13 Milliarden Euro geschätzt wird.

Was tun dagegen?

Das sind doch eigentlich alles Fakten, die nach umgehender, und zwar internationaler Reaktion geradezu schreien! Bei geschätzten 5 – 13 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich(!!) in die Ozeane gelangen, scheinen Meeres-Reservate, bewachte Schildkrötennester, Initiativen zur Rettung der Meeresfauna und –flora, Kulturprojekte und Bands, die sich die Rettung der Ozeane und den Kampf gegen den Plastikmüll im Wasser aufs Panier schreiben, die pure Illusion, ein Kampf gegen Windmühlenflügel zu sein.

Aber: sie alle machen, genauso wie der Tag der Erde oder etwa Fridays for Future aufmerksam, erhöhen die Sensibilität. Viele Verbraucher haben schon vor Jahren reagiert, sehen sich um nach Alternativen und fordern sie. Das Thema rückt zum Glück vermehrt in den Fokus – auch wenn es, wie der Klimaschutz, der Dringlichkeit nach mindestens so wichtig sein müsste wie aktuell die Coronakrise. Die Menschheit wird schlicht nicht darum herumkommen.

Seit einigen Jahren werden auch im Konsumgüterbereich immer mehr Unternehmen aktiv und zwar nicht nur mehr solche mit alternativen, biologischen, nachhaltigen Ansätzen im Lebensmittel- und Kosmetikbereich, sondern auch in anderen Sektoren wie denen der Bekleidung. Denn auch hier lässt sich mit Innovation, gutem Willen, Aufmerksamkeit für Green Shopping und konsequenter Nachhaltigkeit beim Konsum sehr viel mehr machen als bisher (oberflächlicherweise) angenommen: Neben Bio-Baumwolle gibt es inzwischen die Neuentwicklungen Modal und Tencel, werden immer recycelte Materialien eingesetzt. Neben Fashion-Labeln wie Lanius, Dariadeh, Veja, die hier eine gewisse Vorreiterrolle spielten, wenden sich aber mittlerweile auch Textil- und Fashion-Händler wie Otto, Zalando, Bonprix, C&A dem Thema zu.

Und – was noch besser und ebenfalls höchste Zeit ist! – auch andere Global Player wie asics, Adidas. Der große Sportartikelproduzent setzte sich ein wichtiges Ziel: eine umweltfreundlichere Lieferkette. Denn gerade einige der meistverkauften Artikel wie Funktionskleidung und noch mehr Sneakers und Sportschuhe sind vom Öko-Footprint her problematisch – lassen sich aber sehr gut auch anders herstellen. Gemeinsam mit Parley for the Oceans, einer gemeinnützigen Organisation, entstand 2015 das Projekt der Parley-Linie: Am Strand aufgesammelter Kunststoff wird recycelt und neu verwertet.

Gut für die Umwelt und bezahlbar

Auch wenn Kritiker von Green-Washing sprechen und meinen, dass „Ocean Plastic“ zu hoch gegriffen sei, weil das Plastik vom Strand stammt – es immer Plastikmüll, der entweder aus dem Meer angespült wurde oder noch gar nicht dorthin gelangt ist, weil er vorher entfernt wurde! Es ist immer etwas, was der Umwelt guttut, und, was aus Verbrauchersicht auch nicht zu unterschätzen ist –Parley-Produkte lassen sich auf diese Weise so produzieren, dass sie auch bezahlbar sind! Denn sie sollen und wollen gekauft werden, das ist der Sinn der Sache.

Aus 11 Kunststoffflaschen wird so ein neues Paar nachhaltiger Sneakers. Mit einem Design, das Lust auf Nachhaltigkeit macht ist das jedenfalls eine gute Form, aus unappetitlichem, problematischen Müll Produkte zu machen, die mindestens genauso attraktiv sind wie solche aus „herkömmlichen Materialien“, allein was Optik und dem Tragekomfort betrifft. Blickt man außerdem auch noch auf den Preis und hat auch die wirtschaftlich und ökologisch vertretbareren Auswirkungen vor Augen, ist die Adidas und Parley for the Oceans-Kollektion, laut Käufern, eine gute Entscheidung.

Der Erfolg gibt dem Projekt, laut Hersteller, Recht: 2017 waren erst 1 Million Paar Schuhe aus Recycling-Kunststoff, für 2019 waren es bereits 11 Millionen Paar.

Aber auch High-Performance-Sportswear von Adidas wird aus einem funktionalen Polyestergarn erzeugt, das zu 50% aus Plastikmüll von Stränden besteht. Vorläufig ist noch nicht die gesamte Produktion bei Adidas auf dieses System umgestellt, wird es aber bis 2024 sein, so die Unternehmensleitung. Spätestens dann geht von T-Shirts, Trainingshosen, Shorts, Jacken, Badeanzügen und einem tollen Paar Schuhe dazu das Signal aus: bewussteres Konsumverhalten geht sehr gut.

Es gibt also wieder Hoffnung für die Ozeane und für die Zukunft.

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