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Gandalf Lipinski: Ausstieg aus dem Patriarchat (Teil 3)

Archivmeldung vom 30.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Gandalf Lipinski: Ausstieg aus dem Patriarchat (Teil 3)
Gandalf Lipinski: Ausstieg aus dem Patriarchat (Teil 3)

Bild: ExtremNews

Nun im hier von ExtremNews veröffentlichten dritten Teil der Vortragsreihe geht es um die "Tarnkappen des Patriarchats in der Moderne", das Wesen des Patriarchats zum Ziehen von Rückschlüssen, wohin die Reise gehen könnte und die Benennung der Gegenkräfte, die eine Entschleierung des Patriarchats um jeden Preis verhindern wollen. Gandalf Lipinski vermittelt in dieser Präsentation auch Perspektiven zum Ausstieg aus dem Patriarchat. Die Aufzeichnung ist unter dem Text verlinkt!

Der Verein " Gesellschaft in Balance e.V. ", dessen Vorsitzender der Referent ist, beschreibt auf seinen Webseiten: "Die Zeiten verwirren. Begriffe verwirren. Rechts – Links, Mainstream – Alternativ, feministisch, antisemitisch, faschistisch, rassistisch…

Wer bezeichnet Wen als Was und will was damit aussagen oder bezwecken?

Wo stehen wir als „Gesellschaft in Balance“, was ist uns wichtig und – wenn nötig – mit welchem Bedeutungsinhalt füllen wir welche Begriffe?

Unser Ausgangspunkt ist die historische Entwicklung eines patriarchal-hierarchischen Herrschaftssystems aus einem vorher (vereinzelt immer noch) existierenden egalitären Gesellschaftssystem. Dieses Überzeugung gibt uns das Vertrauen, dass eine friedlichere, gerechtere und menschenwürdigere Lebensform möglich war und wieder möglich sein kann.

Und aus diesem Blickwinkel versuchen wir politische Entwicklungen einzuschätzen. Sind sie hilfreich, das patriarchale System ab – und ein für Menschen verständliches, überschaubares, selbstbestimmtes System auf-zubauen? Das gilt auch für Menschen im persönlichen. Was hilft mir, meine patriarchale Sozialisation zu reflektieren, Verletzungen zu heilen und in eine gestalterische Kraft mit Anderen zu kommen?

Wir gehen davon aus,

  • dass die repräsentative Demokratie bisher immer dem Erhalt des patriarchalen Herrschaftssystems gedient hat. Wir wollen alle Bestrebungen unterstützen, dieses System in Richtung zu mehr Basisdemokratie und Entscheidungsmöglichkeiten der betroffenen Menschen zu entwickeln
  • dass der Kapitalismus als moderne wirtschaftliche und staatliche Erscheinungsform des Patriarchats von Beginn an menschliche Beziehungen und die Natur zerstört hat und dies auch nicht durch eine „grüne“ Wirtschaft beendet wird. Wir wollen alle Bestrebungen unterstützen, die zu einem solidarischen, ausgleichenden und nicht leistungsbezogenen Wirtschaften führen
  • dass unser Geschlechterverhältnis (was alle Formen geschlechtlicher Existenz und Wahrnehmung einschließt) mit Entstehung des Patriarchats in eine Schieflage geraten ist. Frauen wie Männer haben Teile ihrer Empfindungsmöglichkeiten unterdrückt, damit sie im patriarchalen Herrschaftssystem funktionieren und überleben können. Wir wollen alle Bestrebungen unterstützen, die im Äußeren die Unterdrückung von Menschen aufgrund ihres Geschlechtes abschaffen und im Inneren die Heilung von systemischen Verletzungen und die Wiedereingliederung der abgespaltenen Empfindungs- und damit Handlungsmöglichkeiten unterstützen, damit sich die Geschlechter auf Augenhöhe begegnen und die Verhältnisse ändern können
  • dass unser Verhältnis zur Natur inzwischen derart zerstört ist, dass zu viele Menschen sich nicht mehr als Teil der Natur empfinden und damit keine Hemmschwelle zur Ausbeutung der Natur haben. Wir wollen alle Bestrebungen unterstützen, die auf der Handlungs- und spirituellen Ebene wieder eine Verbindung von Menschen und Natur schaffen, denn nur dann können wir unseren Platz als Teil der Natur einnehmen und sie verantwortlich mitgestalten."

Im ersten Vortrag ging Gandalf Lipinski auf die Unterschiede der Zivilisationsformen Matriarchat und Patriarchat ein. Während das Matriarchat als gemeinschafts- und kooperationsbasierte Gesellschaften bezeichnet werden kann, beschreibt man Patriarchate als herrschafts- und kontrollbasiert. Außerdem berichtete er über den Aufbau von Matriarchaten im Allgemeinen und vom Umbruch, der sogenannten Urkatastrophe, und wie es möglicherweise zu diesem Wechsel kam. Schließlich sprach er über die Etablierung der patriarchalen Gesellschaft und ihrem ersten geschichtlichen Höhepunkt im antiken Rom, wo aus der physischen und direkten Gewalt die indirekte und strukturelle Gewalt wurde. 

Im zweiten Vortrag beleuchtete der Patriarchatsforscher den Gewaltaspekt, die Hexenverfolgung und auch die "Verinnerlichung des Patriarchats", wodurch beispielsweise Sexualmoral, monogame Ehe etc. nicht mehr von Außen auf die Menschen aufoktroyiert werden mussten, sondern von inneren Instanzen gesteuert wurden. Ebenso ging er auf die fünf Säulen des Patriarchats ein, nämlich auf die Kleinfamilie, den Staat, das Privateigentum, das Finanzsystem und Herrschaft legitimierende Ideologien. 

Der dritte Vortrag ist in kompletter Länge hier zu sehen:  https://veezee.tube/videos/watch/52ac88ba-8840-4d70-ac4c-8e8cb0ac863d


Weiterführende Links: 

Quelle: ExtremNews

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