Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Berichte Zeitgeschichte Russland: Letzter deutscher Kriegsgefangener freigelassen

Russland: Letzter deutscher Kriegsgefangener freigelassen

Archivmeldung vom 20.08.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.08.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
1944: Deutsche Kriegsgefangene in Moskau
1944: Deutsche Kriegsgefangene in Moskau

Foto: RIA Novosti archive, image #129359 / Michael Trahman / CC-BY-SA 3.0
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der World News Daily Report berichtet, dass am Freitag, den 18. Juli 2014, der letzte deutsche Kriegsgefangene aus dem Zweiten Weltkrieg freigelassen wurde. Der 84-jährige Reinhard Kunze war erst 14 Jahre alt, als er von den sowjetischen Truppen in der Schlacht um Berlin im Januar 1945 gefangen genommen und für die letzten 69 Jahre in verschiedenen sowjetischen und russischen Zwangsarbeitslagern inhaftiert wurde. Der Außenminister Russlands, Sergej Lawrow, hatte am 14. Juli 2014 mitgeteilt, dass in einem "Akt des guten Willens" die Moskauer Regierung nun bereit sei ihren Nationalstolz beiseite zu legen und den Gefangenen nach Hause gehen zu lassen.

Reinhard Kunze wurde bereist mit zwölf Jahren 1943 zur Hitler-Jugend 12. SS-Panzer-Division rekrutiert, bevor er schließlich gegen Ende des Krieges in Gefangenschaft geriet.

Kunze wurde für die Ermordung von Jakow Dschugaschwili verantwortlich gemacht, dem ältesten Sohn von Josef Stalin, der während der Schlacht von Stalingrad gefangen genommen wurde und ursprünglich gegen den deutschen Feldmarschall Friedrich von Paulus ausgetauscht werden sollte. Da Stalin dies aber laut einer Überlieferung mit der Begründung ablehnte, dass „er nicht bereit sei, Feldmarschälle gegen Soldaten zu tauschen“, kam Dschugaschwili ins KZ Sachsenhausen. Am Abend des 14. April 1943 kam er dort zu Tode, als er in vermutlich selbstmörderischer Absicht am elektrisch geladenen Lagerzaun hantierte. Ob er vom Wachpersonal erschossen wurde oder durch Stromschlag starb, ist bis heute allerdings ungeklärt.

Stalin machte nicht nur den jungen Soldaten Kunze für den Tod seines Sohnes verantwortlich sondern ließ auch seine Schwiegertochter Julia Dschugaschwili inhaftieren sowie seine Enkeltochter in einem staatlichen Erziehungsheim unterbringen, da sie durch Jakows angebliche Desertion als politisch unzuverlässig galten.

Reinhard Kunze durfte auf Anordnung Stalins selbst nicht freigelassen werden, wenn die anderen deutschen Kriegsgefangenen in Freiheit kamen, da der Mörder seines Sohnes bis zu seinem Tod im Zwangsarbeitslagern für den Akt der "außergewöhnlichen Feigheit" zu zahlen hätte.

Der World News Daily Report vermutet nun, dass die Freilassung Reinhard Kunzes dazu dienen soll, die Spannungen mit Deutschland abzubauen, was jedoch viele Experten bezweifeln, da sie in der über siebzigjährigen Gefangenschaft eines damals 14-Jährigen eine illegale Handlung der russischen Behörden sehen.

Quelle: JanPR / World News Daily Report / ExtremNews