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Rätoromanisch: Erlebt eine aussterbende Sprache kulturelles Aufblühen in der Schweiz?

Archivmeldung vom 18.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Schweiz
Schweiz

Bild von Julian Hacker auf Pixabay

Eine Sprache, die dem Aussterben nahe ist? Der Verlag „Chasa Editura Romantsch“ argumentiert dagegen. Die Schweizer Sprache habe in den letzten Jahren wieder eine große Befürwortung gerade auch unter den jüngeren Leuten erfahren. Doch eine Sprache, die von weniger als einem Prozent der Bevölkerung gesprochen wird, wird es nie einfach haben. Dies schreibt das russische online Magazin „SNA News“ .

Weiter heißt es hierzu auf deren deutschen Webseite: "Das Totgesagte lebt länger? Die Leiterin des „Chase Editura Romantsch“ (CER), Anita Capul, spricht sich gegenüber der Schweizer Zeitschrift „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) über die rätoromanische Sprache aus. Während die meisten Menschen außerhalb des Landes nicht einmal wissen, was Rätoromanisch ist, so gibt es in der Eidgenossenschaft bereits seit Jahren eine lange Debatte um das Überleben der Sprache. „Wir sterben seit 150 Jahren“, erklärt Capul der NZZ mit einem zwinkernden Auge. So wird seit den letzten Jahrhunderten über den Erhalt der Sprache diskutiert.

Das Rätoromanische wird dabei vor allem im Kanton Graubünden muttersprachlich anerzogen. Aktive Sprecher zählt das Rätoromanisch ungefähr 60.000 Personen, also ungefähr ein halbes Prozent der Schweizer Bevölkerung. Dennoch wird die Sprache auf der nationalen Ebene stark anerkannt: Das Rätoromanisch gilt als eine der vier Landessprachen neben Deutsch, Französisch und Italienisch. Die Sprache gilt jedoch laut dem Altas der gefährdeten Sprachen der UNESCO offiziell als eine gefährdete Sprache.

CER – Erhalt von rätoromanischer Kultur?

Bereits vor 15 Jahren hat die nationale Kulturstiftung „Pro Helvetia“ die Aufmerksamkeit auf das Rätoromanische gezogen. Dabei entdeckte die Stiftung, dass es durchaus eine negative Entwicklung im Sprachgebrauch gab. Im Sinne dieser Entwicklung entschloss sich „Pro Helvetia“ gemeinsam mit dem Bund und dem Kanton Graubünden dafür, einen einmaligen Betrag für die Entstehung des CER zu leisten.

So sehe Capula die Wirksamkeit des Verlags und anderer rätoromanischer Kulturinstitutionen. Auch Schreibwettbewerbe des romanischen Literaturvereins und der „Lia Rumantscha“ (eines rätoromanischen Dachverbandes) seien ein effektives Mittel. Gerade Jugendliche und Nachwuchsautoren könne man über solche Angebote leichter für die Sprache begeistern. Auch zeigt sich diese Wirkung beim „Radio Rumantsch“, welches oftmals rätoromanische Lieder im Programm aufnimmt.

Zukunft birgt positive Entwicklung

Zudem vertritt der CER eine große Auswahl an Autorinnen – ein Großteil der Autorschaft bestehe aus Frauen. Eines der beliebtesten Bücher des CER stammt ebenfalls von einer Autorin. Der Gedichtband „In mia vita da vuolp / In meinem Leben als Fuchs“ von Leta Semadeni wurde zweisprachig verfasst und insgesamt 2000 Mal verkauft. Laut der NZZ sind Verkaufszahlen wie diese für ein rätoromanisches Werk beachtlich. Ein weiterer Höhepunkt war, als der rätoromanische CER-Autor Dumenic Andri 2018 den Schweizer Literaturpreis gewann. "

Auch wenn der CER durchaus Tiefpunkte und gar einen Subventionierungsstopp erleben musste, ist der Verlag heutzutage weiterhin in vollem Betrieb. Außerdem gebe es auch ein größer werdendes Interesse in der allgemeinen Bevölkerung am Rätoromanischen, nicht nur in Graubünden. So gibt es auch laut Capula immer mehr rätoromanische Vereinigungen, die in Chur, Zürich und anderen Städten aktiv werden. Diese sorgen sich dann auch beispielsweise um zweisprachige Kinderkrippen und bieten Sprachkurse an. "

Quelle: SNA News (Deutschland)

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