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Die Österreicher schlafen lieber nackt

Archivmeldung vom 27.04.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.04.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Symbolbild
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Bild: IKEA

Nackt schläft es sich angeblich besser! Ein Mythos, den zumindest die Österreicher gerne glauben. Das hat jetzt eine internationale IKEA-Vergleichsstudie herausgefunden, in der die Schlafgewohnheiten von Österreichern, Deutschen und Schweizern ausführlich unter die Lupe genommen wurden. IKEA hat sich aber auch mit ein paar der gängigen Mythen zum Thema Schlafen auseinandergesetzt.

Als Experte für das Thema Schlafen und Schlafumgebung hat sich IKEA das Ziel gesetzt, "den Schlaf zu retten" - mit vielen verschiedenen Aktivitäten. Bewusstsein zu wecken und Know-how zu vermitteln, zählt dazu. Ab Herbst gibt es sogar eigene Workshops und wieder eine Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten.

55 % der Österreicher, so steht es schwarz auf weiß in der Studie, sind steif und fest der Meinung, dass es sich nackt besser schläft. Und nur 17 Prozent würden das gar nicht unterschreiben. Unsere Schweizer Nachbarn, und vor allem die Deutschen, sind da sehr viel prüder: Rund 45 % der Schweizer und gar nur 41 % der Deutschen können sich mit dem textilfreien Schlafen anfreunden, 23 bzw. 24 % lehnen es geradezu rigoros ab.

Die Studie des weltweit tätigen Marktforschungsunternehmens YouGov* hat aber auch andere interessante Dinge ans Tageslicht gebracht: Zum Beispiel haben es die Schweizer, obwohl Gebirgsvolk, beim Schlafen gern warm. Ganze 25 % können in einem kühlen Raum nicht schlafen. Zum Vergleich: nur 11 % der Österreicher können gar nicht in einem kühlen Raum schlafen, 89 % hingegen suchen genau das. Das Kälteempfinden der Schweizer zeigt sich auch an einem anderen Ergebnis: Während 79 % der Österreicher lieber bei offenem Fenster schlafen, tun dies nur 68 % der Schweizer.

Ein Volk von Frühaufstehern

Die Eidgenossen stehen später auf als Österreicher und Deutsche - zumindest marginal (29 % der Österreicher beginnen den Tag ab 6 Uhr, aber nur 23 % der Schweizer). Sie gehen aber auch später zu Bett: Immerhin 9 % zwischen Mitternacht und 1 Uhr, 13 % erst nach 1.00 Uhr. Bei Deutschen und Österreichern liegen diese Zahlen klar darunter. Dafür gehen 13 % der Österreicher schon vor 22 Uhr schlafen - bei Deutschen und Schweizern sind es nur je 10 Prozent, die so früh in die Federn sinken.

Getrennte Schlafzimmer

Schweizer und Deutsche (je 30 %) wünschen sich deutlich öfter getrennte Schlafzimmer als Österreicher (nur 24 %). Viele schlafen auch tatsächlich getrennt - wobei die Deutschen gegenüber den Schweizern im Umsetzen der Wünsche deutlich besser abschneiden, denn in Deutschland liegen 17 % nachts nicht mit ihrem Partner in einem Bett (12 % der Schweizer, nur 7 % der Österreicher). Nur 67 % der Deutschen teilen sich regelmäßig das Bett mit ihrem Partner, während es für 77 % der Österreicher selbstverständlich ist, in einem Bett zu schlafen (und für 74 % der Schweizer).

Wenn sie dann aber doch mit einem Partner das Bett teilen, dann haben die Schweizer lieber eine große, durchgehende Matratze und dazu ein Doppelbettzeug, sodass sie auch noch unter der Decke kuscheln können: Ganze 46 % haben Matratzen, die breiter als 160 cm sind, und 42 % schlüpfen unter die Doppeldecke.

In Österreich haben nur 26 % Matratzen ab 160 cm Breite. Dafür ist bei den Österreichern die 90 cm breite Matratze (31 % setzen auf dieses Modell) und bei den Deutschen die 100 cm breite Matratze (19 %) weit verbreitet. Und die Österreicher haben es gern hart - matratzentechnisch gesehen: Mehr als die Hälfte bevorzugt harte Matratzen (52 %).

Kein Einfluss?

Rund ein Viertel der Befragten in allen drei Ländern ist übrigens der Meinung, dass man wenig bis gar nichts tun kann, um besser zu schlafen. Zumindest die Schweizer (74 %) glauben, dass es hilft, wenn man jeden Tag zur gleichen Zeit schlafen geht. Die Österreicher (63 %) sind da nicht so überzeugt. Dass Alkohol beim Einschlafen nicht hilft, scheint sich schon herumgesprochen zu haben - auch wenn rund 8 % der Befragten regelmäßig vor dem Einschlafen was trinken.

Zumindest macht schlafen schön, finden mehr als drei Viertel (77 %) der Deutschen (immerhin noch 72% der Schweizer, und die Österreicher liegen mit 74 % dazwischen). Und noch ein interessantes Faktum hat die Studie erhoben. Auch da sind sich die Bewohner aller drei Länder einig: Das Schnarchen des Partners und den Lärm der Nachbarn finden immerhin 1 % der Befragten beruhigend und einschlaffördernd.

Von Eulen und Lerchen

IKEA hat im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit dem Thema Schlafen übrigens auch ein paar der gängigsten Mythen zum Thema genauer betrachtet. Die Geschichte von den Eulen und den Lerchen etwa, und noch ein paar andere: Es gibt Frühaufsteher und Morgenmuffel - erstere wurden von Schlafforschern "Lerchen", letztere "Eulen" getauft. In der Wissenschaft war man lange der Auffassung, dass man jeden Menschen einem dieser beiden Schlaftypen zuordnen könnte. Fakt ist: Rund die Hälfte der Menschen sind weder eindeutig Eule noch Lerche. Meist liegt der Schlaf-Wach-Rhythmus irgendwo zwischen dem Morgenmuffel und dem Frühaufsteher. Oder man ist einmal das eine, einmal das andere.

Im Schlaf ist man unproduktiv

Viele nehmen Schlaf als passiven Zustand wahr, weil man sich an die vergangenen Stunden nicht erinnern kann. Doch klar ist: Schlaf ist ein höchst aktiver, vom Gehirn gesteuerter Vorgang. Übrigens verbrauchen wir im Schlaf fast so viel Energie wie im Wachzustand.

Der Schlaf vor Mitternacht ist der erholsamste

Das ist so nicht ganz richtig. Es spielt weniger eine Rolle, wann man schläft, als welchen Schlafrhythmus man hat und wie tief man schläft. Generell kann man sagen, dass der erste Teil der Nacht der wichtigere und erholsamere ist - und der findet unabhängig davon statt, ob man vor oder nach Mitternacht ins Bett geht.

* Der quantitative Online Survey von YouGov wurde zwischen 13. Und 27. August 2018 durchgeführt. Zielgruppe war die Bevölkerung der drei Länder über 18 Jahren. Die Stichprobengrößen: n=1.137 in Österreich, n=5.072 in Deutschland und n=2.094 in der Schweiz.

Quelle: IKEA.at/Barbara Riedl

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