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Gier frißt Sport?

Archivmeldung vom 31.07.2006

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 31.07.2006 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Nicht nur im jüngsten Dopingskandal bei der diesjährigen Tour de France, dem Wettskandal im italienischen Fußball oder der Vermarktung der Fußball Weltmeisterschaft bzw. richtiger FIFA Weltmeisterschaft, stellt sich folgende Frage: Zerstört der wachsende Kommerz mittlerweile nach und nach den Sport?

Ist es eigentlich richtig den Sportler, der des Dopings überführt wird, als Täter zu bezeichnen oder ist er in den meisten Fällen vielleicht eher unwissend? Liegt in der Unwissenheit auch begründet warum trotz eindeutiger Beweise die Sportler immer wieder beteuern unschuldig zu sein?

Laut Aussagen der ertappten "Dopingsündern", die in der Presse zu lesen sind, sprechen die Aktiven immer wieder davon, dass man Ihnen Mittel gegen irgendwelche Beschwerden gegeben hätte oder Ihnen vielleicht sonst eine Substanz in die Nahrung gemischt wurde. Nachfolgend ein paar Zitate von bekannten Sportlern, deren Dopingproben positiv waren, veröffentlicht erstmals in der BILD Zeitung:

O-Ton Landis: „Ich hab‘s an der Schilddrüse. Mein Erfolg kommt ausschließlich vom harten Training.“

O-Ton Gatlin: „Ich war früher hyperaktiv und musste Tabletten nehmen. Seit vier Jahren aber habe ich nie etwas Verbotenes genommen.“ Sein Trainer Trevor Graham verkündet: „Es war Sabotage. Wir sind dem Täter mit Privatdetektiven auf der Spur.“

O-Ton Zäck: „Ich habe in den USA ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel bekommen.“

Der 5000-Meter-Olympiasieger Dieter Baumann erklärte 1999 zu den Vorwürfen, dass ihm Unbekannte das Nandrolon in die Zahnpasta gemixt hätten. Die Tätersuche blieb jedoch, wie in den ganzen Fällen üblich erfolglos. So bekam Dieter Baumann für das Vergehen eine Wettkampfsperre von zwei Jahren.

Der Ski-Langlauf Olympiasieger von 2002 Johann Mühlegg schwor in den Medien folgendes: „Ich habe nur hart trainiert!“ Bei ihm  wurde Blutdoping festgestellt und seine drei Goldmedaillien aberkannt.

Es ist schon vorstellbar, dass ein "Konkurrent" durch die heimliche Beimischung von verbotenen Substanzen so einen anderen Sportler vom Wettkampf ausschließen lassen will.

Es entsteht auch schon seit längerem der Eindruck, dass in Wirklichkeit es nur noch um höchstmögliche Einnahmen der Medien und Unternehmen aus allen Bereichen der Wirtschaft geht und der Sportler und seine Sportart selbst nur noch eine notwendiges "Übel" ist. Denn in den meisten Fällen bekommt er durch die Ärzte, Therapeuten, Betreuer und Sponsoren befohlen wie er sich zu Verhalten hat und seine "Mittelchen" zum einnehmen. Er muß glauben, was man ihm sagt und rät und hat selbst meist gar nicht die Möglichkeit dies zu überprüfen.

Bei einem einzelnen Sportler, der jederzeit austauschbar ist und keine Lobby hinter sich hat, wird, wenn man ihn eines Vergehens beschuldigt, dann mit aller Härte durchgegriffen.  Die Drahtzieher und Verantwortlichen im Hintergrund aber können ihr Spiel weiterführen. Selbst der Arzt, der die Substanzen dem Sportler verabreicht, oder der Betreuer, der die Manipulation ermöglicht hat, ist oft nur Handlanger. Doch an die eigentlichen Drahtzieher kommt man wie so oft in der Wirtschaft und Medien nicht heran, da diese im Hintergrund agieren. 
So berichtet beispielsweise der Autor Thomas Pritzl in seinem Buch "Der Fake Faktor" (Buchbesprechung hier) von einem der größten der Öffentlichkeit bekannten Betrugsfall der deutschen Fernsehgeschichte, indem es um Quotengier und Werbeeinahmen ging, der aber bis heute viele Fragen unbeantwortet läßt. So wurden vollkommen unverständlicherweise bis zum heutigen Tage die eigentlichen Verantwortlichen nie bestraft oder man hat nicht versucht den Fall gänzlich aufzuklären. Vielmehr wurde, nachdem ein Schuldiger gefunden wurde, der wahrscheinlich auch wissentlich oder unwissentlich nur als Werkzeug diente, der Fall geschlosssen und von der Öffentlichkeit vergessen.

Da helfen auch keine härteren Gesetze, da diese Personen über so viel Möglichkeiten verfügen, dass diese nicht bestraft werden. Kommt es totzdem doch einmal zu einem Prozeß, so hat dieser meist nur eine Alibifunktion, damit es in der Öffentlichkeit so aussieht, als würde man jemanden für sein Vorgehen bestrafen, wie man vermuten könnte.

Es kommt dem Zuschauer schon so vor, als ginge es um einen Wettkampf der Pharmaindustrie, die die Leistungsfähigkeit der Substanzen ausprobieren will und die Sportler nur als Testpersonen nutzt.

Sicherlich gibt es auch Sportler, die aus falschem Ehrgeiz zu unerlaubten Mitteln greifen aber diese scheinen bei den heutigen Überwachungsmöglichkeiten im Profisport eher die Ausnahme zubilden. Da es hier durch die ständige Beobachtung auf die Dauer nur schwer möglich ist unerkannt zu bleiben. Auch ist der Imageschaden auf Dauer viel höher zu bewerten, da die Medien so einen Fall bis zur Gänze ausschlachten würden, als einmal kurz im Rmpenlicht zu stellen. Auch werden meist bei einem positiv getesten Sportler die Werbeverträge gekündigt und sogar Schadensersatzzahlungen gefordert. So ist wäre wissentliches Dopingvergehen des Sportlers mehr als nur eine Dummheit.
Im Amateursport ist das Doping etwas anders zu beurteilen, wo es darum geht sich anderen zu beweisen, man nicht in der Öffentlichkeit steht und kein Medieninteresse vorliegt und es nahezu keine Kontrollen gibt.

Es gibt aber verschiedene andere Beispiele aus den unterschiedlichsten derzeit populären Sportarten, die zeigen, daß es bei der Manupulation nicht nur um Doping geht.

Als Beispiel diene hier der Wettskandal im italienischen Fußball, für den jetzt die Sportler im Kollektiv bestraft werden, egal ob sie daran persönlich beteiligt waren oder nicht. Im Gegenzug aber die eigentlichen Federführenden durch ihre Macht unbestraft bleiben und erreichen, daß man sogar die ersten Urteile abgemildert hat.

Oder daß Sponsoren durch den Druck auf Trainer, Manager und Veranstalter Einfluß auf Mannschaftsaufstellung nehmen  bzw. bestimmen wer starten darf oder nicht. Auch was die Sportler zu sich nehmen dürfen, egal ob dies gesund für sie ist oder nicht, wird heute von den Sponsoren bestimmt, wie immer mehr mehr berichtet wird.

So soll beispielsweise laut einer gegenüber unserer Redaktion gemachten vertraulichen Aussage, selbst von den Sponsoren des DFB versucht werden Einfluß auf die Aufstellung der deutschen Fußballnationalmannschaft zu nehmen. Der ehemalige Nationaltrainer Jürgen Klinsmann hätte die Forderungen jedoch gerne abgelehnt, worin auch seine manchmal unverständlichen Entscheidungen zu begründen seien.

In einem Artikel über den Triathlon bei Frankfurt hieß es, das ein Softgetränkehersteller die Getränke der Teilnehmer während des Wettkampfes bereithält. Es handelte sich dabei um den Soft Drink der Firma, der aber nachweislich zur Übersäuerung des Körpers beiträgt. Trotzdem wird dieser unverständlicherweise an die Sportler ausgegeben. Interessierte Leser finden unseren Artikel zum Thema Übersäuerung hier. Weitere Artikel zum Thema Übersäuerung des Körpers finden Sie außerdem auch auf der Webseite des Jens Brehl Vertrieb.

Kleinere Vereine oder unbekannte Sportler haben heute im Sport so kaum eine Chance, wenn sie nicht über eine entsprechende Lobby oder die Gelder verfügen, um erfolgreich zu sein.

Bei der Fußball Weltmeisterschaft bekam dies sogar erstmals der Sportfan zu spüren, beispielsweise indem ihm vorgeschrieben wurde, welche Produkte er in den Arenen verzehren oder welche Beschriftung er auf seiner Bekleidung tragen durfte.

In der Dokumentation "Nichts geht ohne Coca-Cola / Wie ein Konzern die WM dominiert", die Anfang Juni auf Phoenix ausgestrahlt wurde, wird beispielsweise darüber berichtet, daß Coca-Cola mit der FIFA folgende Vereinbarung getroffen hat: In allen deutschen WM-Stadien dürfen nur Soft Drinks von Coca-Cola verkauft werden. Es gibt sogar Bannmeilen rund um die Stadien, in denen die Konkurrenz keine Produkte anbieten und auch nicht für diese werben darf.

So bestimmen in der heutigen Zeit die Unternehmen, die bereit sind hohe Werbegelder zu zahlen worüber in den Medien berichtet wird oder was geschieht. Es wird schon lange nicht mehr die individuelle Leistung eines Sportlers gewürdigt.

Wenn dies so weitergeht, wird nach und nach der große Sport seinen Reiz verlieren, da es nicht mehr um einen ehrlichen Wettkamf geht, sondern alles nur noch ein großes inszeniertes Schauspiel ist. Ein Szenario könnte dann vielleicht so aussehen: Der eigentliche Sportfan wird immer mehr das Interesse an seiner Lieblingssportart verlieren, wenn er merkt das es sich nicht mehr um einen ehrlichen Wettkampf handelt, bei dem es um Spaß und Leistung geht. Infolge dessen würden die Einschaltquoten sinken und die Medien aus der Berichterstattung aussteigen. Somit hätten die großen einflußreichen Sponsoren kein Interesse mehr an den einzelnen Sportarten und diese würden aus der breiten Öffentlichkeit verschwinden. Die Medien und Sponsoren würden einen anderen Bereich suchen, der sich dann höchst wirtschaftlich nutzen läßt. 
So schrecklich dieses Szenario sich auch anhört, hätte dies auch etwas Gutes. Denn im Endeffekt wäre der Sport dann wieder das, was er sein sollte. Eine Tätigkeit, die mit Spaß und nur von echten Fans unterstützt ausgeübt wird.

Muß es immer die "Übersportler" geben oder ist nicht der Sport an sich nicht das Interessante? Gerade bei der Fußball WM hat es doch Spaß gemacht den erfrischenden und natürlichen Fußball der sogenannten Außenseiter und kleinen Mannschaften anzusehen, auch wenn er vielleicht technisch nicht der Sauberste war. Es hat einfach Spaß gemacht zu sehen, wie die Spieler mit Freude und Herz bei der Sache waren. Oder auch anderen Sportarten, wo es derzeit keine deutschen "Superidole" gibt, haben ihre Anhänger und werden tolle Leistungen erbracht. Auch wenn dies leider in den Medien nicht gewürdigt wird. Beispielsweise beim Skispringen, was würde da in den Medien darüber berichtet und welche Einschaltquoten und Werbegelder erzielt, wie ein Hannawald und Schmitt in Topform wären und Siege in Serie feierten. Jetzt wo ganz natürlicher Weise andere Springer auch einmal führend sind und dabei sicherlichkeine schlechteren Leistungen bringen, als die beiden vorher genannten überlegt man sich seitens der Sender aus der "Live"-Berichterstattung auszusteigen. 

Der Hintergrund ist der, daß durch die sinkenden Einschaltquoten, da in den Medien allgemein nicht mehr so ein Aufsehen um die vorher populäre Sportart gemacht wird, sich nur noch die eigentlichen echten Fans dafür interessieren und so die Werbeeinanhemen sinken.

Dieses Beispiel könnte man aber auch viele andere Sportarten übertragen, die einmal in den Medien populär waren und über die nun nur noch am Rande berichtet wird.  Für die Sportart an sich ist diese Entwicklung aber sicherlich nicht schlecht, da so wieder die Möglichkeit besteht durch das mangelnde Medieninteresse und den Druck der Sponsoren ehrlichen Sport zu liefern.

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