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NASA arbeitet an Warp-Antrieb

Archivmeldung vom 20.09.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.09.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Warp-Antrieb: verzerrt die Raumzeit. Bild: Wikipedia, gemeinfrei
Warp-Antrieb: verzerrt die Raumzeit. Bild: Wikipedia, gemeinfrei

Die US-Raumfahrtsbehörde NASA hat grünes Licht für die Erforschung von Warp-Antrieben gegeben, wie Gizmodo berichtet. Wissenschaftler sollen versuchen, eine mikroskopisch kleine Warp-Blase im Labor zu erzeugen und so die entsprechenden Theorien bestätigen. Solche Blasen verzerren die Raumzeit und ermöglichen dadurch theoretisch überlichtschnelle Reisen, ohne Einsteins Relativitätstheorie zu verletzen, nach der nichts schneller sein kann als das Licht. "Vielleicht ist eine Star-Trek-Erfahrung noch zu unseren Lebzeiten gar nicht so unwahrscheinlich", sagt Projektleiter Harold White. Bis dahin ist es freilich noch ein sehr weiter Weg.

"Ein Wissenschaftler hat theoretisch ausgearbeitet, dass ein Warp-Antrieb möglich wäre, der die Raumzeit vor einem Objekt staucht und sie dahinter dehnt. So kann ein Objekt scheinbar schneller als das Licht reisen, ohne sich eigentlich schnell zu bewegen. Das heißt aber nicht, dass die Idee auch technisch umsetzbar ist. Selbst wenn das Konzept im kleinen Labormaßstab realisiert werden könnte, wäre ein Raumschiff noch ein ganz anderes Thema. Andrerseits gibt die NASA für Projekte, die komplett an den Haaren herbeigezogen sind, kein Geld aus. Sag also niemals nie", so Physiker Heinz Oberhummer im Gespräch mit pressetext.

Die Wissenschaftler um White versuchen im Johnson Space Center in Houston den experimentellen Beweis für die theoretisch mögliche Raumzeitverzerrung zu finden. Ursprünglich waren Forscher davon ausgegangen, dass für die Erzeugung einer nutzbaren Warp-Blase enorme Mengen exotischer Materie notwendig wären, für einen funktionierenden Antrieb etwa eine Kugel in der Größe des Jupiters. Neue Berechnungen der NASA haben ergeben, dass diese Menge deutlich reduziert werden kann. Schon 500 Kilogramm sollen ausreichen, um eine zehn-Meter-Blase effektiv mit zehnfacher Lichtgeschwindigkeit zu bewegen.

Keine geeigneten Kandidaten

"Die exotische Materie bräuchte die Eigenschaft, dass Massen sich abstoßen anstatt sich anzuziehen. Leider ist ein solcher Stoff bisher nicht bekannt. Auch Antimaterie wirkt, wie jetzt bekannt ist, anziehend. Ob es einen solchen Stoff gibt, ist offen, es werden aber ständig neue Teilchen gefunden, wie etwa das Higgs-Boson", sagt Oberhummer. Ein Warp-Antrieb könne die Reisezeit zum Mars von einem Dreiviertel-Jahr auf 14 Minuten verkürzen und bisher unerreichbare Sterne in greifbare Nähe katapultieren, erklärt der Physiker.

"Die Wissenschaft schmettert neue Konzepte nicht ab, sondern untersucht sie. Viele heutzutage selbstverständliche Technologien galten früher als unrealisierbar. Ob oder bis wann eine Umsetzung möglich ist, lässt sich heute aber nicht sagen. Andere aus Star Trek bekannte Konzepte, wie Headsets, PCs, USB-Sticks, Handys und Flachbildschirme haben den Sprung in die Realität aber immerhin auch schon geschafft", erklärt Oberhummer.

Jedenfalls betreiben die NASA-Forscher derzeit Grundlagenforschung zum Thema. Sollte ihnen der Nachweis einer Warp-Blase im Labor gelingen, wäre das ein enormer Fortschritt für die Raumfahrt. "Selbst auf kleinstem Maßstab wäre ein Beweis für die Machbarkeit von Raumzeitverzerrung ein Wendepunkt für die Wissenschaft, ähnlich dem erstmaligen Nachweis einer nuklearen Kettenreaktion, die damals auch nur ein halbes Watt lieferte", sagt White. Da ein Raumschiff mit Warp-Antrieb sich nicht durch den Raum bewegt, sondern diesen um sich herum verformt, gäbe es für die Passagiere auch keine Probleme mit Beschleunigung oder anderen Unannehmlichkeiten. Bemannte interstellare Raumfahrt wäre praktikabel.

Technische Details gibt es im Bericht unter http://bit.ly/QICUpQ .

Quelle: www.pressetext.com/Markus Keßler

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