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Wirtschaftskriminalität im Zuge der Corona-Pandemie gestiegen

Archivmeldung vom 30.06.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.06.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
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Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Die polizeilich erfassten Fälle im Bereich der Wirtschaftskriminalität sind im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Das geht aus dem "Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität 2021" hervor, den das BKA am Donnerstag veröffentlichte. 2021 registrierte die Polizei demnach 51.260 Wirtschaftsdelikte, eine Zunahme von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im Vergleich zu 2019 betrug der Anstieg 26,6 Prozent (40.484 Fälle). Die Entwicklung ist auf eine deutliche Zunahme erfasster Fälle des Abrechnungsbetruges im Gesundheitswesen zurückzuführen (2021: 11.328 Fälle; 2020: 3.840 Fälle), so das BKA. Grund hierfür war demnach insbesondere ein umfangreiches Ermittlungsverfahren in Schleswig-Holstein. Die weiterhin hohen Deliktzahlen im Bereich des Subventionsbetruges (2021: 7.260 Fälle; 2020: 7.585 Fälle), wozu unter anderem auch die Betrugsfälle im Zusammenhang mit sogenannten Corona-Hilfen gehören, trugen ebenfalls dazu bei.

Daneben setzte sich 2021 auch ein weiterer Trend fort: Die Verlagerung der Straftaten, insbesondere auch im Bereich des Anlagebetruges, in den digitalen Raum. Die Anzahl der Wirtschaftsstraftaten unter Verwendung des "Tatmittels Internet" stieg im Vergleich zum Vorjahr um 13,6 Prozent auf 6.345 Fälle (2020: 5.586 Fälle). Bedeutende Phänomene im Berichtsjahr 2021 waren neben dem Subventionsbetrug im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie und dem betrügerischen Anbieten von vorbörslichen Aktien auch die "betrügerischen Anlagemodelle auf dem Dezentralen Finanzmarkt (DeFi)". Dort werden Finanzprodukte und Finanzdienstleistungen mit dezentralen Applikationen (dApps) ohne vermittelnde Stellen wie Banken oder Börsen angeboten. Wie der traditionelle Finanzmarkt kann auch der DeFi zur Begehung von Wirtschaftsstraftaten genutzt werden. Insgesamt verursachten Fälle der Wirtschaftskriminalität im Jahr 2021 einen finanziellen Schaden von 2,44 Milliarden Euro - 18,9 Prozent weniger als im Vorjahr (2020: 3,01 Milliarden Euro). Die Aufklärungsquote bewegte sich mit 88,8 Prozent erneut auf einem hohen Niveau, so das BKA.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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