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Coface: 63.000 Insolvenzen in Frankreich

Archivmeldung vom 22.12.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.12.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Dieter Schütz / PIXELIO
Bild: Dieter Schütz / PIXELIO

62.800 insolvente Unternehmen in Frankreich 2014, 62.500 im nächsten Jahr. Der internationale Kreditversicherer Coface stellt für dieses Jahr einen Rückgang um 0,9 Prozent fest und erwartet das in etwa auch für 2015. Gestützt wird die leichte Besserung von der anhaltenden Konsumlaune der privaten Haushalte und Restrukturierungen in einigen Branchen. Allerdings ist der Gesamtkontext weiter fragil. 92 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen entfallen auf sehr kleine Firmen.

Trotz steigender Arbeitslosigkeit blieb der private Konsum in den vergangenen Monaten stabil. Er stieg sogar im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozent. Auch die Kreditvergabe an Unternehmen stieg im Jahresvergleich - Stand Ende Oktober - um 0,8 Prozent. Und das Exportvolumen von Waren und Dienstleistungen hat sich stabilisiert und legte im dritten Quartal um zwei Prozent zu.

Ein weiterer Faktor hat die Insolvenzentwicklung beeinflusst: die geringe Zahl an Neugründungen. Denn erfahrungsgemäß ist das Risiko einer Insolvenz in den ersten drei Jahren am größten. Schließlich haben Strukturveränderungen in einigen Branchen, vornehmlich durch Konsolidierung, die Zahl anfälliger Unternehmen reduziert. Das gilt für die Automobilbranche und den Transportsektor. Ende Oktober 2014 lagen die Insolvenzen in der Baubranche um 0,8 Prozent unter denen des Vorjahres. Allerdings verdeckt diese Zahl die deutlich höheren Ausfälle, die mit den Insolvenzen einhergehen. Diese Summe stieg um 51 Prozent. Der Bau leidet darunter, dass die Hausbesitzer sich bei Instandhaltungen und Renovierungen zurückhalten. Zudem sind potenzielle Hausbauer übervorsichtig mit Investitionen.

In der Lebensmittelbranche stiegen die Insolvenzen um 2,7 Prozent. "Durch den zunehmenden Wettbewerb sehen sich die Händler gezwungen, die Preise zu senken und die Produzenten erleiden Gewinneinbußen", erklärt Coface Economist Guillaume Baqué. Konträr verläuft die Entwicklung in der Chemiebranche. Sie profitiert von den fallenden Ölpreisen und ist die Branche, die den stärksten Rückgang an Insolvenzen verbucht: minus 9,2 Prozent.

Quelle: Coface Deutschland (ots)

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