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Ungeahnte Höhen: Immobilienpreise steigen im Rekordtempo

Archivmeldung vom 24.12.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.12.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Die Immoblienbewertung als Grundlage der Grundsteuer? Das kann teuer werden...(Symbolbild)
Die Immoblienbewertung als Grundlage der Grundsteuer? Das kann teuer werden...(Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Die eigenen vier Wände werden weiter immer unerschwinglicher. Die Preise für Immobilien waren im dritten Quartal von 2021 um zwölf Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Besonders in Berlin und Frankfurt am Main verteuerte sich der Wohnraum. Experten warnen, die Immobilienblase könne bald platzen. Dies berichtet das Magazin "RT DE".

Weiter berichtet RT DE: "Für Häuser, Wohnungen und Grundstücke müssen die Menschen in Deutschland immer tiefer in die Tasche greifen. Von 2010 bis 2020 sind gebrauchte Eigentumswohnungen um 85 Prozent teurer geworden, Ein- und Zweifamilienhäuser um 75 Prozent, Baugrundstücke um etwa 65 Prozent, wie aus dem Marktbericht der amtlichen Gutachterausschüsse hervorgeht. Die Corona-Krise habe an dem Trend nichts geändert. "Ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht."

Die Ausschüsse werten jährlich rund eine Million notarielle Kaufverträge aus. Demnach floss 2020 so viel Geld für deutsche Immobilien wie noch nie zuvor: 310 Milliarden Euro. Mit einem Plus von einem Prozentpunkt wuchs die Summe aber nicht so stark wie in den Vorjahren.

Laut dem Statistischen Bundesamt ist es zum zweiten Mal eine Rekordsteigerung seit Beginn des Jahres 2000. In Berlin und Frankfurt am Main stiegen die Preise um 14 Prozent. Auch auf dem Lande stiegen die Preise für Häuser um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Bei Eigentumswohnungen betrug die Steigerung 11,2 Prozent. 

Für zwei Drittel des Geldes kamen Wohnimmobilien zu neuen Eigentümern. Für gebrauchte Eigentumswohnungen wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich 1.940 Euro je Quadratmeter gezahlt. Für Ein- und Zweifamilienhäuser waren es 2.140 Euro, für Wohnbaugrundstücke 165 Euro je Quadratmeter.

Dabei wachsen die regionalen Unterschiede weiter. In München und dem Umland kosten Häuser im Durchschnitt rund 11.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Im thüringischen Kyffhäuserkreis genügen dagegen 500 Euro, ebenso im Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.

Für ein 600 Quadratmeter großes Baugrundstück werden in München gut 1,3 Millionen Euro fällig – in Teilen Thüringens und Mecklenburg-Vorpommerns sind es weniger als 11.000 Euro.

Dort, wo es schon früher teuer war, stiegen die Preise besonders:

"Die Preise für Wohnimmobilien sind insbesondere in den Metropolen so stark gestiegen, dass hier die Märkte inzwischen überhitzt erscheinen."

Deutlich angezogen haben die Preis demnach auch an Nord- und Ostsee sowie im Alpenvorland.

Entscheidende Faktoren bleiben aus Sicht der Gutachter niedrige Zinsen, zu wenig Bauland und zu wenige Wohnungen, Kapazitätsengpässe der Bauwirtschaft und steigende Baukosten.

Der Wohnungsmarktexperte am Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung Matthias Waltersbacher meint: 

"Die Ausweitung des Wohnungsangebots bleibt der entscheidende Faktor für eine Trendwende am Wohnungsmarkt. Neben dem Bau neuer Wohnungen kommt es darauf an, mehr aus dem Gebäudebestand herauszuholen – etwa durch Um- und Ausbauten oder Nachverdichtung."

In den Großstädten könnten auch leerstehende Büros und andere Wirtschaftsimmobilien zu Wohnraum umgebaut werden. Denn Büros sind nicht so gefragt wie in früheren Jahren. 2020 wurden 11 Prozent weniger Büroimmobilien verkauft als im Vorjahr. Die Kaufsumme insgesamt ging sogar um 15 Prozent zurück auf 20,8 Milliarden Euro. Rückläufig waren auch die Zahlen für Handelsimmobilien. Für Ackerland dagegen sind die Preise weiter gestiegen, von durchschnittlich 2,10 Euro je Quadratmeter im Jahr 2011 auf 3,30 im vergangenen Jahr.

Der DIW-Immobilienexperte Konstantin Kholodilin warnt: 

"Die Zeichen mehren sich, dass die Wohnungspreise in einigen Städten und Marktsegmenten nicht mehr allein durch die Entwicklung der Mieten und die niedrigen Zinsen zu erklären sind."

Quelle: RT DE

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