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Trotz schwerer konjunktureller Einbußen: Wirtschaftsforscher verteidigen Lockdown

Archivmeldung vom 10.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
(Symbolbild)
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Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Führende Wirtschaftsforscher erwarten durch den November-Lockdown in Teilen der Wirtschaft eine spürbare Konjunkturdelle, verteidigen die Restriktionen aber als notwendig.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ): "Wir rechnen mit einem Wirtschaftseinbruch von einem Prozent im vierten Quartal. Die erneuten Restriktionen werden in den unmittelbar betroffenen Branchen einen Ausfall von knapp 20 Milliarden Euro verursachen." Mittelfristig dürften die Einschränkungen jedoch die Wirtschaft schützen, "vor allem, wenn sie zu einem schnelleren Ende und einer besseren Begrenzung der zweiten Infektionswelle beitragen", so Fratzscher weiter.

Ifo-Chef Clemens Fuest sagte der NOZ, wahrscheinlich werde das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal durch die neuen Restriktionen auf einen Wert nahe null sinken. "Die wirtschaftliche Erholung kommt also zum Stillstand." Trotzdem wäre es nach den Worten von Fuest aber falsch, die Lockdown-Maßnahmen als wirtschaftlich schädlich anzusehen. Er betonte: "Sie sind eher eine Investition in die Vermeidung schärferer Lockdown-Maßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt, die unvermeidbar wären, wenn man die Infektionszahlen weiter steigen lässt."

DGB-Chef Reiner Hoffmann forderte, Hilfen für Unternehmen müssten zügig erfolgen und auch den Beschäftigten zugute kommen. "Die Vergabe der Hilfen sollte mit einer Pflicht zur Beschäftigungssicherung einhergehen", so Hoffmann gegenüber der NOZ. Der DGB-Chef drängte zudem darauf, die deutsche Wirtschaft "auch nachhaltig auf stabile Beine zu stellen und die anstehenden Transformationsprozesse gerecht zu gestalten". Dazu ist es nach den Worten von Hoffmann notwendig, schon jetzt mit einem auf zehn Jahre angelegten Zukunftsinvestitionsprogramm zu beginnen. Er betonte: "Wir wollen keine Rückkehr zum Status quo ante. Die Wirtschaft muss resilienter, klimafreundlicher werden und gute, tarifgebundene Arbeitsplätze bieten."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)


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