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Metallarbeitgeber warnen die IG Metall vor übermäßigen Forderungen in der Tarifrunde

Archivmeldung vom 13.09.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.09.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Wappen von Baden-Württemberg
Wappen von Baden-Württemberg

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Metallarbeitgeber in Baden-Württemberg warnen die IG Metall vor überzogenen Vorstellungen in der kommenden Tarifrunde. "Ich fürchte, dass es eine noch höhere Entgeltforderung geben wird als in der vorigen Tarifrunde", sagte Südwestmetall-Hauptgeschäftsführer Peer-Michael Dick im Interview von "Stuttgarter Zeitung" / "Stuttgarter Nachrichten". "Dies würde die neue Tarifrunde äußerst belasten."

An diesem Donnerstag will die Große Tarifkommission ihre Empfehlung für die Lohnforderung beschließen. Einschließlich der Wünsche der Gewerkschaft zur Flexibilisierung der Arbeitszeit werde die Summe der Belastungen wohl "Lichtjahre jenseits der nominellen Entgeltforderung liegen", so Dick. Es stünden so viele Themen für die Zukunft auf der Agenda, wie die Forschung für die E-Mobilität oder Industrie 4.0, die viel Geld kosteten - "da sollten wir uns im Lohnbereich mal zurückhalten und uns mehr um die Zukunft der Arbeitsplätze kümmern", mahnte er.

Dick vernimmt nach eigenen Angaben "immer mehr Signale, die letztlich zu einem harten Konflikt führen könnten". Besonders wenig Verständnis zeigt er für die von der IG Metall ins Kalkül gezogenen Ganztagesstreiks: "Kann der Ganztagesstreik ein Mittel sein, um von sehr guten zu noch besseren Bedingungen zu kommen?", sagte er. Wenn Menschen mit einem Durchschnittseinkommen von mehr als 63.000 Euro im Jahr für sechs Prozent und Ansprüche auf Teilzeit mit Entgeltausgleich streiken sollten, dann sei das keine Verhältnismäßigkeit von Ziel und Mittel mehr.

Die mutmaßliche Forderung der IG Metall nach einer befristeten Verkürzung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden lehnte der Hauptgeschäftsführer ab. "Wir stellen fest, dass in vielen Betrieben für Mitarbeiter, die etwa Angehörige zu pflegen haben, Lösungen gefunden werden", sagte er. "Der Tarifvertrag gibt ja auch Flex- und Langzeitkonten dafür her, sodass ein pauschaler Anspruch nicht nötig ist." Zudem biete die IG Metall noch keine Antwort auf die Frage, wie denn die ausfallenden Arbeitsvolumina ersetzt werden sollen. Die Arbeitgeber wollen ihrerseits Forderungen "zu einer Auffrischung der Arbeitszeitbestimmungen im Manteltarifvertrag" erheben. Ihre endgültige Position wird Dick zufolge aber erst dann stehen, wenn auch die IG Metall ihre Forderung endgültig beschlossen hat.

Quelle: Stuttgarter Zeitung (ots)

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