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1 Jahr nach Ende der Abwrackprämie: Dudenhöffer wirft Regierung Milliarden-Verschwendung vor

Archivmeldung vom 02.09.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.09.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Dieter Schütz / pixelio.de
Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat der Bundesregierung ein Jahr nach dem Auslaufen der so genannten Abwrackprämie vorgeworfen, mit dem Instrument Milliarden verschwendet und einen funktionierenden Markt unnötig aufgeblasen zu haben.

"Die Bundesregierung hat fünf Milliarden Euro verbrannt und damit genau das erreicht, was ich vermutet habe. Im letzten Jahr sind mit Steuergeld viele Käufe vorgezogen worden. Wir hatten dementsprechend ein sensationelles Jahr 2009 mit 3,8 Millionen neu zugelassenen Autos. Dafür bleiben in diesem Jahr viele Privatkunden weg, da es wegen der Prämie 2009 eben eine große Zahl vorgezogener Käufe gab", sagte Dudenhöffer dem WESER-KURIER (Donnerstagausgabe). "Wir haben das konjunkturelle Problem mit den fünf Milliarden Euro einfach nur ein Jahr in die Zukunft geschoben. Mehr nicht."

Das große Problem sei die Verlängerung und die Höhe der Abwrackprämie gewesen. "Sie können nicht in einem Markt, in dem jährlich etwa 3,2 Millionen Autos verkauft werden, zwei Millionen Autos mit so einer Subvention verkaufen. Dadurch wird der Markt zu stark aufgeblasen", sagte der Leiter des Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen weiter. In einem Land wie der Bundesrepublik sei der Markt gesättigt, da habe jeder Zweite ein Auto. "Wenn dann soviel Geld auf einmal in den Markt geschüttet wird, führt das nur dazu, dass die Zukunftskäufe vorgezogen werden. Das große Loch reißt man dann später. Der große Fehler war, dass man ohne Gefühl für den Markt nur wegen des Wahlkampfes für zwei Millionen Fahrzeuge Subventionen bezahlt hat." 

Quelle: WESER-KURIER

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