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IEA-Chef: Ölproduzenten allein können Markt nicht stabilisieren

Archivmeldung vom 02.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Erdölförderung in Deutschland: Pferdekopf-Pumpe auf dem ehemaligen Erdölfeld Varel. Im Hintergrund drei Windkraftanlagen
Erdölförderung in Deutschland: Pferdekopf-Pumpe auf dem ehemaligen Erdölfeld Varel. Im Hintergrund drei Windkraftanlagen

Foto: Kuebi
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, sieht den Ölmarkt in der schwersten Krise seit 100 Jahren. Eine schnelle Besserung erwartet er trotz der zuletzt wieder etwas steigenden Ölpreise nicht, sagte er dem "Handelsblatt".

Der Nachfrageausfall sei nach seiner Meinung derart gewaltig, dass selbst eine Einigung im Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland keinen Durchbruch bringen würde. Wenn es zu einer Vereinbarung der wichtigsten Ölproduzenten kommen sollte, erwarte er zwar eine Stabilisierung für die globale Ökonomie: "Doch eine derartige Vereinbarung allein wird die Trends auf dem Ölmarkt nicht umkehren. Wir brauchen auch ein schnelles Ende der Corona-Pandemie, damit die Menschen wieder mobil sein können und der wirtschaftliche Aufholprozess beginnen kann", prognostiziert Birol.

Die aktuelle Krise sei anders als jede Krise zuvor. "Diesmal gibt es den einmaligen Effekt, dass rund drei Milliarden Menschen weltweit eingesperrt sind. Rund 60 Prozent des globalen Ölverbrauchs entfallen auf den Transportsektor – Autos, Busse, Flugzeuge. Wenn über drei Milliarden Menschen in ihrer Mobilität weitgehend eingeschränkt sind, wird die Ölnachfrage weiter sehr stark zurückgehen", sagte Birol.

Birol warnt vor den drastischen wirtschaftlichen und politischen Folgen des Ölpreisverfalls in Ländern wie dem Irak. "Auf dem derzeitigen Preisniveau reichen die Öleinnahmen gerade aus, um die Hälfte der Regierungsbeamten zu bezahlen", sagte Birol. Für die Unterstützung der Wirtschaft, Ausgaben für Gesundheit und Bildung bleibe kein Spielraum mehr. Das gelte ebenso für Nigeria, Algerien, oder Ecuador. Der IEA-Chef glaubt nicht, dass es im aktuellen Preiskrieg auf dem Ölmarkt am Ende Gewinner geben wird. Birol warnt davor, die USA zu unterschätzen: "Die USA werden sich zügig erholen, und die Produzenten dort können sehr schnell auf höhere Preise reagieren. Das ist der Grund dafür, dass die Rechnung der Länder nicht aufgehen wird, die die US-Schieferölindustrie ruinieren wollen", sagte Birol.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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