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ARD-KONTRASTE: Dumpinglöhne erreichen die Briefbranche

Archivmeldung vom 24.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: BirgitH / pixelio.de
Bild: BirgitH / pixelio.de

Nach den Paket- jetzt auch die Briefzusteller: Nach Recherchen des ARD-Magazins "Kontraste" (Donnerstag, 21.45 Uhr) greifen inzwischen auch Unternehmen wie die Deutsche Post und TNT auf Subunternehmen zurück, die Mitarbeiter zu Dumpinglöhnen beschäftigen. Den Recherchen zufolge zahlt etwa ein Dienstleister der Deutschen Post einen Stundenlohn von sechs bis sieben Euro brutto - je nach Arbeitstempo der Mitarbeiter. Der Konzern will den Fall prüfen.

In einem anderen Fall berichtet die Mitarbeiterin eines Subunternehmers, der für den Post-Konkurrenten TNT Briefe zustellt, dass sie auf einen Stundenlohn von lediglich 5,50 Euro komme. Sie werde nicht pro Stunde, sondern pro Brief bezahlt - trotz langer Wege auf dem Land. Die Briefe mit vertraulichem Schreiben von Banken und Ärzten sortiert sie in ihrer eigenen Wohnung, nicht in einem Verteilzentrum.

Nach Auskunft der Bundesnetzagentur, die auch den Briefmarkt überwacht, sind auf dem einstigen Monopol-Markt etwa 850 Unternehmen tätig. Wie viele davon wiederum Subunternehmer beauftragen, ist unklar. Der Arbeitsrechtler Peter Schüren von der Universität Münster forderte die Politik im Gespräch mit dem ARD-Magazin angesichts dieses zusehends aggressiven Wettbewerbs zu Konsequenzen auf: "Die Situation mit den Subunternehmern bei der Post zeigt deutlich, wie dringend wir einen gesetzlichen Mindestlohn brauchen."

Quelle: Kontraste (ots)

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