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Peter: Niedriger Ölpreis ist "ein Narkosemittel für den Fortschritt"

Archivmeldung vom 14.12.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.12.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Dennis Witte
Bild: Till Westermayer, on Flickr CC BY-SA 2.0
Bild: Till Westermayer, on Flickr CC BY-SA 2.0

Grünen-Chefin Simone Peter warnt vor den Folgen des günstigen Öls: "Der niedrige Ölpreis ist Gift für die Umwelt und ein Narkosemittel für den Fortschritt", sagte Peter der "Bild am Sonntag".

Weil der Sprit so günstig sei, werde die Entwicklung klimafreundlicher Technologien gebremst. Es bestehe weniger Anreiz, Energie zu sparen. "Wer heute nicht umsteuert auf alternative Antriebe und erneuerbare Energien, wird das morgen teuer bezahlen", so die Grünen-Politikerin.

Auch Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung befürchtet: "Es besteht die Gefahr, dass jetzt Investitionen verschoben werden." Doch das sei fatal. "Die Ölstaaten versuchen uns vorzugaukeln, dass sie dauerhaft so große Mengen liefern könnten", sagte Kemfert.

In Wahrheit sei die maximal mögliche Fördermenge in vielen Gebieten längst überschritten. Nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Christian Küchen, haben deutsche Verbraucher und Wirtschaft durch die niedrigen Benzin-, Diesel- und Heizölpreise im Jahr 2015 rund 13,5 Milliarden Euro gespart.

Wegen des hohen Verbrauchs an Dieselkraftstoff nehme der Staat 2015 jedoch gleichzeitig 40 Millionen Euro mehr Steuern ein. Mit rund 40 Milliarden Euro ist die Mineralölsteuer 2015 die fünftgrößte Einzelsteuer des Bundes. Der Staat kassiert unabhängig vom Preis 65 Cent pro Liter Diesel und 87 Cent pro Liter Benzin.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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