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Studie zu SEPA-Umstellung: Finanzwirtschaft gerät in Zeitnot.

Archivmeldung vom 20.09.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.09.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Banken und Versicherungen droht bei der SEPA-Umstellung die Zeit davon zu laufen. Bei vielen Unternehmen ist der Zeitplan bis zum 1. Februar 2014 ausgesprochen eng getaktet: Rund 40 Prozent stecken noch in der Planungsphase. Damit bleibt nur wenig Zeit, um auf Probleme bei der Umsetzung der komplexen Anforderungen zu reagieren. Hinzu kommt, dass auch die Kunden der Banken und Assekuranzen bislang nicht ausreichend über die Konsequenzen von SEPA informiert sind, wie aus einer Untersuchung der Unternehmensberatung PPI AG hervorgeht.

"Selbst viele Geschäftskunden verbinden mit SEPA nur die Umstellung von Kontonummer und Bankleitzahl auf IBAN und BIC. Tatsächlich gelten ab 1. Februar 2014 für den gesamten Zahlungsverkehr neue Regeln", gibt Dr. Hubertus von Poser, Zahlungsverkehrsexperte beim Software- und Beratungshaus PPI AG zu bedenken. "Aus den bislang üblichen Lastschrifteinzügen beispielsweise werden SEPA-Lastschriften, die sich nur mit einer eindeutigen Autorisierung durch den Kontoinhaber, dem SEPA-Mandat, rechtssicher bei der Bank einziehen lassen." Um Zahlungsausfälle, Rückbuchungen und andere Schwierigkeiten zum Umstellungstermin zu vermeiden, sollten Banken daher frühzeitig auf ihre Kunden zugehen und sie bei der Anpassung ihrer Zahlungssysteme unterstützen.

Doch ausgerechnet hier zeigen sich Defizite: Bislang haben erst 40 Prozent der Banken und sogar nur sechs Prozent der Versicherungen alle Kunden über die Folgen von SEPA informiert. Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass die Befragten die "fehlende Akzeptanz" auf Kundenseite als größtes Risiko bei der SEPA-Umstellung einstufen.

Oberflächlich betrachtet liegen die befragten Unternehmen bei der SEPA-Umstellung zwar im Zeitplan - auf dem von PPI ermittelten "SEPA-Readiness-Index" erreichen die Banken 18 Monate vor dem Umstellungsdatum im Durchschnitt bereits 31 und die Versicherungen 23 von 100 Punkten. Doch jede dritte Bank und sogar vier von zehn Versicherungen berichten über technische Probleme bei der Einführung. Dies gilt vor allen Dingen für die Mandatsverwaltung, einem Kernstück der SEPA-Umstellung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein großer Teil der Befragten mit der Implementierung noch gar nicht begonnen hat und dementsprechend auch nicht über praktische Schwierigkeiten berichten kann. Etwa die Hälfte der Versicherungen ist in allen Bereichen der SEPA-Umstellung erst in der Planungsphase, bei den Banken gilt dies für etwa 30 Prozent der Befragten.

In der Versicherungswirtschaft ist die Mandatsverwaltung insbesondere für den Prämieneinzug von großer Bedeutung. "Erstens müssen Mandate zukünftig vom Versicherungskunden physisch unterschrieben werden. Zweitens muss zwischen der Erteilung eines Mandats und dem Einzug der Forderung bei Privatkunden eine so genannte Pre-Notification-Frist von - in der Regel - 14 Tagen eingehalten werden. Bei üblicherweise kurzfristig abgeschlossenen Policen, beispielsweise einer Reisegepäckversicherung wenige Tage vor Urlaubsbeginn, ist die Zahlung per SEPA-Lastschrift damit nicht mehr möglich", verdeutlicht PPI-Experte von Poser.

Eine besondere Herausforderung sieht von Poser in den anstehenden Testläufen. Während fast 50 Prozent der Banken die SEPA-Umstellung erst weniger als zwei Monate vor dem Stichtag abschließen wollen, planen über 60 Prozent der Versicherungen die Umstellung bereits Ende November 2013. Die Planungen von Banken und Versicherungen stimmen nicht überein. Nach den derzeitigen Planungen bleibt für die Versicherungen keine Zeit, die neuen Zahlverfahren mit den Banken zu testen. "Dieses Problem muss in den nächsten Monaten gelöst werden", betont von Poser.

Quelle: PPI AG (ots)

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