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KfW Konjunkturkompass: Trotz zweiter Corona-Welle weiter gute Aussichten auf Erholung in diesem Jahr

Archivmeldung vom 24.02.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.02.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: KfW
Bild: KfW

Die deutsche Wirtschaft zeigte sich trotz des erneuten Lockdowns und den damit verbundenen wirtschaftlichen Einschränkungen im Endspurt des vergangenen Jahres auf stabilem Kurs. Während das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum pandemiebedingt im 4. Quartal um 0,6 % nachgab, konnte Deutschland ein Wachstum von 0,3 % verzeichnen.

Aufgrund des weiterhin erhöhten Infektionsgeschehens und des anhaltenden Lockdowns erwartet KfW-Research dennoch einen schwierigen Start ins neue Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts von 1,5 bis 3 % im ersten Quartal. Bei erfolgreicher Zurückdrängung des Virus und Vermeidung einer dritten Welle dürfte Deutschland 2021 bei insgesamt 3,3 % Wachstum das Vorkrisenniveau gleichwohl schon im vierten Quartal wieder erreichen, im Euroraum ist damit trotz eines zu erwartenden Plus von 4,6 % erst 2022 zu rechnen.

"Im Herbst konnte die kräftige Erholung der Industrie die absehbaren Wertschöpfungsrückgänge in den eingeschränkten Dienstleistungsbereichen noch gut kompensieren", erläutert Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW-Bankengruppe. "Da der aktuelle Winter-Lockdown nun aber deutlich länger dauert als der erste im vergangenen Frühjahr und der Schwung in der Industrie voraussichtlich etwas nachlässt, erwarten wir mit -1,5 bis -3 % einen schwierigen Start in das Jahr 2021. Zwar sind die Neuinfektionen seit Mitte Januar kontinuierlich gesunken, jüngst kam der Rückgang jedoch zum Stillstand. Dahinter dürfte die zunehmende Verbreitung der ansteckenderen britischen Virus-Variante B.1.1.7 stehen, die im ungünstigen Fall sogar in eine dritte Infektionswelle münden könnte. Dies und der schleppende Impfstart legen eine vorsichtige Lockerungsstrategie nahe."

Für den weiteren Verlauf des Jahres sind die Perspektiven wieder besser. Mit steigender Immunisierung werden im Frühling Lockerungen zum Beispiel im Gastgewerbe möglich sein, was im zweiten Quartal zu einer Erholung der Dienstleistungen beitragen wird. Ab dem dritten Quartal ist damit zu rechnen, dass die gesamtwirtschaftlich relevanten Restriktionen weitgehend aufgehoben werden können, was einen weiteren Wachstumsschub auslösen wird. Bei einem Wachstum von voraussichtlich 3,3 % im Gesamtjahr 2021 (Vorprognose vom November 2020: +4,0 %) wird das Vorkrisenniveau nach zwei Jahren, also im 4. Quartal 2021 wieder erreicht. Für 2022 wird eine ähnlich hohe Wachstumsrate von 3,4 % erwartet (Erstprognose).

Für die Eurozone ist qualitativ eine ähnliche Konjunkturentwicklung zu erwarten wie für Deutschland, allerdings wird hier erst für Anfang 2022 mit einer Rückkehr des Bruttoinlandsprodukts auf das Vorkrisenniveau gerechnet. Die Eurozone wird 2021 zwar mit 4,6 % (Vorprognose: +5,1 %) voraussichtlich stärker wachsen als Deutschland. Es braucht aber mehr Zeit, bis der weit stärkere pandemiebedingte Rückgang von 6,8 % im Jahr 2020 (Deutschland: -4,9 %) aufgeholt ist. Besonders der in einigen Ländern wichtige Tourismus wird sich langsamer erholen als andere Wirtschaftsbereiche.

Köhler-Geib: "Corona bleibt vorerst das größte Konjunkturrisiko. Die Pandemie entwickelt sich aufgrund vielfältiger Faktoren von Virusmutationen über Eindämmungsmaßnahmen bis hin zu Fortschritten bei der Impfkampagne hochdynamisch und beeinflusst damit unmittelbar die Chancen auf wirtschaftliche Erholung ebenso wie die nach wie vor erheblichen Abwärtsrisiken."

Quelle: KfW (ots)


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