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Erste Banken und Versicherer bereiten sich auf Euro-Zusammenbruch vor

Archivmeldung vom 15.02.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.02.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Nach einem Bericht der "Bild-Zeitung" bereiten sich erste Banken und Versicherer konkret auf den Fall eines Euro-Zusammenbruchs vor. Internationale (Finanzierungs-)Verträge werden demnach seit Neuestem um eine Euro-Ausstiegs-Klausel ergänzt. Sie legt fest, dass das jeweilige Geschäft "in Euro oder in der zum Zeitpunkt der Transaktion in Deutschland gültigen Währung" erfolgt.

Gibt es den Euro nicht mehr, muss in der deutschen Nachfolgewährung gezahlt werden. Zugleich wird in den Neu-Verträgen der Gerichtsstand Deutschland festgeschrieben. Auch das gilt als Absicherung gegen ein mögliches Euro-Ende.

BuBa-Präsident Weidmann erteilt Notenbank-Beteiligung bei Griechenland-Schuldenschnitt Absage

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat einer Beteiligung von Notenbanken bei dem freiwilligen Schuldenschnitt für Griechenland eine Absage erteilt. Weidmann erklärte im Interview mit dem "Handelsblatt", dass die Notenbanken "das ihnen anvertraute Vermögen nicht verschenken" dürften. Der entscheidende Punkt sei jedoch, "dass es uns nicht erlaubt ist, auf Forderungen gegenüber einem Staat zu verzichten. Das wäre eine Form der monetären Staatsfinanzierung", erklärte der Bundesbank-Präsident.

Zugleich äußerte Weidmann Zweifel an der Reformfähigkeit Griechenlands. "Das was jetzt entschieden wurde, ist ein wichtiger Schritt. Entscheidend ist am Ende aber die Umsetzung der Maßnahmen, und dafür braucht es eine Verwaltung, die die Maßnahmen umsetzt, und eine Bevölkerung, die sie trägt", so Weidmann im Gespräch mit dem Blatt.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) muss sich nach den Worten Weidmanns überdies auf eine niedrige Überweisung von der Bundesbank einstellen, da diese durch die in Folge der Schuldenkrise gestiegenen Risiken höhere Rückstellungen bilden müsse. "Das wirkt sich entsprechend auf die Höhe des Bundesbankgewinns aus", erläuterte Weidmann. Im vergangenen Jahr hatte sich der Gewinn wegen Rückstellungen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro für mögliche Forderungsausfälle fast halbiert. Er betrug noch 2,2 Milliarden Euro.

Bankaufseher Röseler warnt vor Schattenbanken

Der oberste deutsche Bankenaufseher Raimund Röseler warnt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" vor Schattenbanken, die ein großes Risiko für das Finanzsystem darstellen würden. Weder die Definition noch das Geschäftsgebaren von sogenannten Schattenbanken sei eindeutig zu greifen. Der Sektor sei zudem völlig intransparent und gerade deshalb potentiell gefährlich, sagte Röseler, der seit Juni 2011 bei der Finanzaufsicht Bafin den Bereich Banken leitet. Besonders die Off-Shore-Zentren hat Röseler dabei im Blick. "Wir müssen solche Risiken im Finanzsystem systematisch untersuchen, damit wir sie rechtzeitig erkennen", so Röseler.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Montag für eine Regulierung der Schattenbanken ausgesprochen, zu denen Hedgefonds und die auch als Heuschrecken bezeichneten Private-Equity-Gesellschaften zählen. Eine mögliche Pleite Griechenlands könne der deutsche Bankensektor nach Meinung Röselers verkraften. "Sollte Griechenland als Sonderfall pleitegehen, erwarte ich, dass dieses Ereignis von den Banken bereits als ein mögliches Szenario berücksichtigt ist." Zudem sagte Röseler, dass die europäische Bankenaufsicht Eba für 2013 einen weiteren Stresstest für den europäischen Bankensektor durchführen werde, dann allerdings mit einer neuen Ausrichtung.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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