An Charité sollen zahlreiche Studienplätze gestrichen werden
Archivmeldung vom 15.07.2025
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Freigeschaltet durch Sanjo Babić
An der Berliner Charité sollen zahlreiche Studienplätze gestrichen werden. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, sehen interne Pläne vor, das Angebot der Universitätsklinik in zentralen Fächern im nächsten Jahr um zehn bis 50 Prozent zu reduzieren.
Konkret wird es demnach zehn Prozent der Studienplätze in der
Humanmedizin treffen, also in jenem Fach, in dem angehende Ärzte
studieren. Zudem fallen aktuellen Planungen zufolge 19 Prozent der
Plätze im Bachelorstudiengang Gesundheitswissenschaften, 25 Prozent in
der Zahnmedizin und 50 Prozent im Bachelor für angewandte
Hebammenwissenschaft weg. Diese Zahlen habe ein Charité-Sprecher auf
Anfrage bestätigt, schreibt die Zeitung.
Hintergrund ist der
Sparkurs des Senats, wonach die landeseigenen Hochschulen weniger
Förderung erhalten. Im Fall der Charité sollten nach den bislang
bekannten Angaben von 270 Millionen Euro im Jahr circa 22 Millionen Euro
wegfallen. Wie in vielen Kliniken kostet auch die Patientenversorgung
in der Charité oft mehr, als die Pauschalen der Krankenkassen ergeben.
Aufsichtsratsvorsitzende der Charité ist Gesundheits- und
Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD).
Im Wintersemester
2024/25 starteten 325 Studienanfänger in der Humanmedizin, 83 in den
Gesundheitswissenschaften, dazu gab es 68 Plätze für den
Pflege-Bachelor, 46 für angehende Zahnärzte und 63 in der angewandten
Hebammenwissenschaft. Zusammen mit Master-Studenten und Promovierenden
sind an der Charité im Schnitt fast 10.000 Frauen und Männer
eingeschrieben. Jedes Jahr scheiden fast 2000 Studenten aus,
entsprechend viele starten neu.
Ein Charité-Sprecher sagte, der
Vorstand der Universitätsklinik habe schon vergangenes Jahr deutlich
gemacht, dass die angekündigten Kürzungen erhebliche Folgen für die
Ausbildung hätten. Im Herbst hatte der Senat angekündigt, die geltenden
Hochschulverträge angesichts der hohen Schulden des Landes anzupassen,
also auch die Zuschüsse an die Charité zu kürzen.
Quelle: dts Nachrichtenagentur