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DSGVO: Anpassungsdruck lähmt deutsche Firmen

Archivmeldung vom 14.02.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.02.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: zew.de
Bild: zew.de

Nur noch 100 Tage bis zum Inkrafttreten der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) - und nur knapp die Hälfte der IKT-Unternehmen in Deutschland haben sich bislang mit den Herausforderungen und dem Anpassungsbedarf beschäftigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter rund 700 Unternehmen der Informationswirtschaft ab fünf Beschäftigten.

Gefährliche Unkenntnis

Während sich 47,5 Prozent der befragten Unternehmen bereits mit der DSGVO befasst haben, geben 12,5 Prozent an, von der Regelung bisher noch nichts gehört zu haben; 40 Prozent der Unternehmen kennen die Verordnung, haben sich damit bisher aber nicht auseinandergesetzt. Mit der Verordnung soll zum einen der Schutz personenbezogener Daten innerhalb der EU sichergestellt und zum anderen der freie Datenverkehr innerhalb des EU-Binnenmarktes gewährleistet werden.

Im Branchenvergleich haben sich bisher insbesondere die IKT-Dienstleister (62,3 Prozent) mit der Verordnung befasst, während bei den wissensintensiven Dienstleistern wie Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatern, Architektur- und Ingenieurbüros, Werbung und Marktforschung, die Mehrheit (55,9 Prozent) die Verordnung entweder noch gar nicht kennt oder sich bisher nicht mit ihr beschäftigt hat.

Schleppende Umsetzung

Der Anteil der Unternehmen, die bereits im Dezember 2017 die vollständige Umsetzung der DSGVO melden konnten, liegt bei lediglich rund fünf Prozent. Ein Viertel der Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres zumindest Teilaspekte der EU-Verordnung realisiert. Insgesamt knapp 70 Prozent haben jedoch entweder noch gar nicht (42,9 Prozent) oder gerade erst (25,6 Prozent) damit begonnen, die Vorgaben in die Praxis umzusetzen.

"Umso erstaunlicher ist es, dass bei vielen Unternehmen große Zuversicht herrscht, bis zum Zeitpunkt der Anwendung der Datenschutz-Grundverordnung noch große Teile der Verordnung umsetzen zu können", kommentiert Jörg Ohnemus, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs "Digitale Ökonomie". Demnach gehen fast 70 Prozent der Unternehmen der Informationswirtschaft davon aus, bis Mai 2018 die Datenschutz-Grundverordnung vollständig (36,7 Prozent) oder zumindest teilweise (31,2 Prozent) umgesetzt zu haben.

Quelle: www.pressetext.com/Florian Fügemann

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