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Voith-Chef Lienhard fordert Masterplan für die Energiewende

Archivmeldung vom 16.10.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.10.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Der Chef des Maschinenbauers Voith, Hubert Lienhard, fordert einen Masterplan, um die Energiewende besser zu koordinieren. "Es gibt nicht eine Energiewende, sondern mindestens 16. Jedes Bundesland arbeitet an seiner Energiewende", sagte der Manager, der in seinem Berufsleben lange bei Kraftwerksausrüstern gearbeitet hat, dem "Handelsblatt".

Es gebe viele Einzelprojekte, die vielleicht für sich Sinn machten, aber es gebe noch immer kein Gesamtkonzept. "Wir brauchen einen Masterplan für die Energiewende in Deutschland. Und eine grundlegende Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die wirtschaftlich sinnvolle Anreize zur Erzeugung, zur Einspeisung und zum Transport von Wind- und Solarenergie in die Netze schafft", sagte Lienhard.

Die Infrastruktur in einem hoch industrialisierten Land wie Deutschland sei sehr komplex. "Da kann ich nicht einfach hier und dort Windmühlen aufstellen und woanders Solaranlagen", sagte der Voith-Chef. "Industrie und Energieversorger müssen endlich an einen Tisch mit der Politik – die natürlich letztendlich entscheiden muss."

Er teile die Meinung von Umweltminister Peter Altmaier: Der Ausbau der Erneuerbaren mache nur dann Sinn, wenn er auf nationaler Ebene mit allen Akteuren abgestimmt und koordiniert sei. Die Industrie werde die Energiewende mittragen, sagte Lienhard. Die Rahmenbedingungen müssten aber sicherstellen, dass bestehende Wertschöpfungsketten im Land gehalten und neue, zukunftsorientierte nach Deutschland geholt werden können.

Als Beispiel nannte Lienhard die Herstellung von Kohlefasern, für die hoher Energieaufwand nötig ist. "Diese Industrie kann bereits heute aufgrund des hohen Strompreises in Deutschland nicht wettbewerbsfähig produzieren", kritisierte er.

VDA-Chef: Klimaschutz geht der EU vor Industriepolitik

Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) übt scharfe Kritik an der Industriepolitik der EU-Kommission und warnt vor Folgen für den Währungsraum. "Wir werden die Euro-Zone auf Dauer nur zusammenhalten können, wenn wir die Industrie in Europa stärken. Aber eine solche industriepolitische Dynamik vermisse ich derzeit noch", sagte VDA-Chef Matthias Wissmann der "Welt".

Bisher habe eine Balance zwischen Klimaschutz- und Industriepolitik gefehlt. "Die Industriepolitik kam zu kurz", so Wissmann. "In einer Situation, in der die weltweiten Klimaschutzanstrengungen nur sehr langsam vorankommen, wäre es verkehrt, wenn Europa im Alleingang die Ziele immer weiter verschärfen würde", warnte der VDA-Chef.

Für die europäische Autoindustrie bleibe es noch einige Zeit "schwierig". Wissman gab sich aber verhalten optimistisch: "Wir erwarten 2013 eine Stabilisierung auf dem europäischen Markt. Weltweit wird der Pkw-Absatz 2012 und 2013 leicht steigen. Die Dynamik kommt aus den Schwellenländern." In Südeuropa baue sich aber Nachholbedarf auf. "Die aktuelle Situation ist nicht zu vergleichen mit der Krise 2008/2009, als von heute auf morgen die Märkte rund um den Globus zusammenbrachen", so Wissmann.

Bayerns Finanzminister verlangt Strompreisbremse

In der Diskussion um die gestiegene EEG-Umlage für den Ökostrom verlangt Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) eine gesetzlich verankerte "Strompreisbremse". "Sollte der Preis über eine bestimmte Grenze steigen, müssen Steuern gesenkt werden", sagte Söder der "Welt".

Außerdem müsse es mehr Ausnahmen im EEG geben. "Vor allem Handwerk und Mittelstand müssen stärker befreit werden." Söder mahnte, keine Zeit zu verlieren. Umweltminister und Wirtschaftsminister im Bund sollten zusammen- und nicht gegeneinander arbeiten.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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