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Unternehmensbefragung: Diese Strategien nutzen Firmen, um liquide zu bleiben

Archivmeldung vom 19.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: "obs/abcfinance GmbH"
Bild: "obs/abcfinance GmbH"

Obwohl das Zahlungsverhalten beziehungsweise Zahlungsausfälle von deutschen Unternehmen als große Herausforderungen bei der Liquiditätssicherung betrachtet werden, sind sie im Forderungsmanagement oft unnötig inkonsequent und nutzen probate Mittel wie Factoring nur in geringem Umfang. Das zeigt eine Umfrage, die YouGov im Auftrag von abcfinance jetzt durchgeführt hat.

Gefragt nach den derzeit größten Herausforderungen beim Liquiditätserhalt gab ein Viertel der 541 befragten Unternehmensentscheider das schlechte Zahlungsverhalten in der Branche und unvorhergesehene Investitionen an. 20 Prozent sind mit Zahlungsausfällen konfrontiert. Jeder sechste hält zudem die langen Zahlungsziele in der jeweiligen Branche für problematisch und immerhin 13 Prozent der Umfrageteilnehmer beklagen den großen Aufwand für das Forderungsmanagement.

Dementgegen stehen die Maßnahmen, die Unternehmen tatsächlich ergreifen, um Zahlungsverzug und -ausfall zu vermeiden: Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer erinnern per Mail, Brief oder Telefon an eine offene Rechnung, sollte die Zahlungsfrist überschritten sein. Nicht einmal ein Drittel der Befragten gibt an, ein strukturiertes Debitorenmanagement installiert zu haben. Zwar bietet gut ein Viertel der Befragten ihren Kunden Skonti als Zahlungsanreize, jedoch überwiegen eher Maßnahmen, die erst dann greifen, wenn die Forderungen überfällig sind, wie ein automatisiertes Mahnverfahren (32 Prozent) oder Inkasso (22 Prozent).

Proaktiv tätig werden können die Unternehmen hingegen mithilfe des Liquiditätspotenzials offener Forderungen - mit Factoring. Doch nur acht Prozent der befragten Unternehmen verkaufen ihre offenen Forderungen an einen Factoring-Anbieter. Dabei hilft Factoring in vielfacher Hinsicht bei der Herausforderung, liquide zu bleiben: Die veräußerten Forderungen sind meist binnen 24 Stunden auf dem Konto, das Factoringunternehmen übernimmt das komplette Ausfallrisiko und das Debitorenmanagement im Unternehmen wird deutlich entlastet. Auch zur Finanzierung von Wachstum - eine Herausforderung für 14 Prozent der Befragten - ist Factoring als umsatzkongruentes Instrument gut geeignet. Zudem könnten fehlende Ressourcen im hauseigenen Rechnungswesen durch das Auslagern des gesamten Debitorenmanagements an ein Factoring-Unternehmen aufgefangen werden.

Unternehmen agieren zu reaktiv

"Das Bewusstsein für das Liquiditätspotenzial offener Forderungen wächst zwar stetig, dennoch wird diesem immer noch zu wenig Beachtung geschenkt", sagt Stephan Ninow, Geschäftsführer des Leasing- und Factoring-Spezialisten abcfinance. Laut Factoring Verband sind die Marktumsätze im ersten Halbjahr 2018 um fast fünf Prozent auf 118,8 Milliarden Euro gestiegen. Auch die Zahl der Neukunden nimmt stark zu. "Dennoch wird der gesamte Debitoren- und Kreditorenbereich im Umlaufvermögen oft noch stiefmütterlich behandelt", so Ninow. "Die Unternehmen agieren zu reaktiv. Sie werden meist erst tätig, wenn eine Forderung überfällig ist. Damit lähmen sie sich selbst und verlangsamen das Wachstum - bestenfalls. Schlimmstenfalls stoppen sie es sogar."

Working Capital vor Kontokorrentkredit

Grundsätzlich ist das Bewusstsein für die Vorteile von Working Capital-Ansätzen und alternativen Finanzierungen bei den Umfrageteilnehmern aber vorhanden. So geben 37 Prozent an, den Lagerbestand und das übrige Umlaufvermögen zum Erhalt der Liquidität gering zu halten. Ein Drittel der Befragten prüft bei größeren Investitionen außerdem liquiditätsschonende Finanzierungsoptionen wie Leasing oder Miete, die auch für die genannten Herausforderungen 'unvorhergesehene Investitionen' (26 Prozent) und 'saisonal schwankende Einkünfte' (25 Prozent) probate Mittel sind. Denn beim Leasing können notwendige Anschaffungen per planbarer, oft saisonal anpassbarer Rate über einen festgelegten Zeitraum finanziert werden. Der Kontokorrentkredit steht bei den Unternehmen erst an vierter Stelle, wenn es darum geht, die Liquidität zu sichern.

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 541 Unternehmensentscheider zwischen dem 15.11.2018 und 21.11.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und setzen sich repräsentativ nach Beschäftigtenanteil pro Unternehmensgröße zusammen.

Quelle: abcfinance GmbH (ots)

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