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Umfrage: Konzerne werden bei Steuergestaltung vorsichtiger

Archivmeldung vom 26.10.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.10.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Dennis Witte
Bild: Michael Staudinger / pixelio.de
Bild: Michael Staudinger / pixelio.de

Multinationale Konzerne werden bei der Steuergestaltung vorsichtiger: Steuersparen um jeden Preis gilt in den Vorstandsetagen zunehmend als zu risikoreich. Das zeigt eine Umfrage der Kanzlei Allen&Overy, über die das "Handelsblatt" berichtet.

82 Prozent der 350 weltweit befragten Vorstände und Steuerabteilungsleiter von Großkonzernen sagten demnach, dass sie ihre Steuerplanung mit Blick auf mögliche Reputationsschäden für das Unternehmen in jüngster Zeit geändert hätten. Mehr als 70 Prozent gaben an, dass ihre Steuerplanung gelegentlich oder sogar häufig im Widerspruch zu den Erwartungen der staatlichen Steuerbetriebsprüfer stünden.

In Deutschland erlebten 67 Prozent der Befragten diesen Konflikt, in Großbritannien sogar 78 Prozent. Anlass für die neue Vorsicht ist der "BEPS" genannte Aktionsplan der G20-Staaten, der künftig unterbinden soll, dass multinationale Konzerne Milliardengewinne solange zwischen Staaten hin- und herschieben, bis sie kaum oder gar keine Steuern zahlen. Auch die Beihilfeverfahren der EU gegen Unternehmen, die in Luxemburg offenbar steuerlich bevorzugt wurden, erhöhen die Nervosität.

In dieser Lage sei man bei der Steuerplanung zurückhaltender, sagte Allen&Overy-Partner Gottfried Breuninger dem "Handelsblatt": "Im Vorstand wird heute viel öfter als früher gefragt: Passt die Steuerplanung zu unserer Strategie? Und: Könnten wir ein Problem bekommen, wenn irgendwann einmal Journalisten kritisch nachfragen?"

In der Umfrage gaben aber auch 52 Prozent der Befragten an, dass sie das BEPS-Projekt positiv sehen, weil es die Wettbewerbsposition von Konkurrenten aus Ländern mit laxeren Steuerregeln schwächt. Von den Befragten aus Deutschland sagten dies sogar 64 Prozent.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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