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PwC Maschinenbau-Barometer: Sorgen, aber keine Panik im deutschen Maschinenbau

Archivmeldung vom 19.03.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.03.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Bernd Boscolo / pixelio.de
Bild: Bernd Boscolo / pixelio.de

Die Stimmung im deutschen Maschinenbau bleibt weiterhin außerordentlich angespannt. Konjunkturelle und politische Unsicherheiten tragen hierzu ebenso bei wie die globale Ausbreitung des Coronavirus und dem zu erwarteten Wachstumsrückgang. Dies geht aus dem Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor.

Die deutschen Manager blicken inzwischen ebenso offen pessimistisch auf die heimische Konjunkturentwicklung wie auf die globale (40 Prozent). Die Unsicherheit um das Coronavirus wird diesen Trend nach Ansicht aller Marktteilnehmer weiter manifestieren.

Umsatzerwartungen weiterhin niedrig

Die Umsatzprognose für die Gesamtbranche fällt erneut negativ aus, und dies bereits im vierten Quartal in Folge. Für den Maschinen- und Anlagenbau insgesamt erwarten die Befragten einen Umsatzrückgang von mindestens 4,0 Prozent. Maßgeblich üben sich Handelskonflikte, die Krise der Autoindustrie und politische Instabilitäten negativ auf die Erwartungen der Befragten aus. "Hinzu kommt, dass wir den beginnenden Corona-Effekt im laufenden Geschäft aber auch strukturell, insbesondere bei Wertschöpfungsketten, registrieren", beobachtet Dr. Klaus-Peter Gushurst, Leiter des Bereichs Industries & Innovation bei PwC. "Eine durch ihre Lieferketten und zahlreiche Kunden- und Lieferantennetzwerke so stark global vernetzte und exportorientierte Branche wie der Maschinenbau ist natürlich von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Wir rechnen daher nicht mit einer wesentlichen Aufhellung der Wachstumsprognose in naher Zukunft."

Coronavirus: Maschinenbauer mehrheitlich betroffen, aber nicht aktionistisch

Tatsächlich gibt mehr als die Hälfte der befragten Entscheider an, ihre Geschäftsaktivitäten seien durch das Auftreten und die Ausbreitung des Virus' betroffen. Jedes fünfte Unternehmen wird davon unmittelbar betroffen sein, davon die Hälfte sehr stark. Knapp ein Drittel der Befragten rechnet derzeit mit Umsatzrückgängen aufgrund der Folgen der Pandemie. Im Schnitt beziffern sie den Verlust auf MINDESTENS 10 Prozent des Umsatzes. "Vor allem kleine und mittlere Betriebe fürchten um ihre Umsätze", kommentiert Gushurst "der Ausfall eines Teils der Belegschaft oder auch die Unterbrechung von Lieferströmen können sie weniger gut kompensieren als große Unternehmen. Umso mehr kommt es nun auf eine ruhige Bewertung der Situation und maßvolle Reaktionen an. Der von der Bundesregierung in Aussicht gestellte Schutzschild kommt zum richtigen Zeitpunkt und ist enorm wichtig." Tatsächlich ziehen bislang wenig Befragte drastische Maßnahmen wie Schließung von Produktionsstätten (11 Prozent) in Betracht. Mehrheitlich wollen die Entscheider vor allem ihre Mitarbeiter und den laufenden Betrieb schützen: zwei Drittel durch aufklärende Kommunikation und 58 Prozent durch Reiseverbote. Jedes fünfte Unternehmen zieht auch die Prüfung und Stornierung von Aufträgen in Betracht. Ebenso viele haben allerdings noch gar keine Maßnahmen überdacht.

Investitionen: Köpfe vor Knöpfen

Im Jahr 2020 planen die befragten Entscheider im Schnitt 6.3 Prozent ihres Gesamtumsatzes zu investieren. Dies ist fast exakt derselbe Anteil wie im Vorjahr (6,2 Prozent). 7 Prozent der Befragten beabsichtigen, keine Investitionen zu tätigen - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Der Schwerpunkt der geplanten Investitionen liegt in der Weiterbildung der Mitarbeiter (75 Prozent) vor Forschung und Entwicklung (61 Prozent) und der Nutzung neuer Technologien (59 Prozent). "Die Investition in Köpfe ist strategisch sinnvoll; schließlich sind es die Mitarbeiter, die Verantwortung tragen und Unternehmen fit für das neue Jahrzehnt machen", betont Gushurst, "darüber hinaus sollten aber Zukunftsthemen wie Digitalisierung der Geschäftsmodelle oder die Erhöhung der Nachhaltigkeit offensiv angegangen werden, was augenscheinlich derzeit bei zu wenigen Unternehmen (46 bzw. 34 Prozent) geschieht. Die Branche droht kostbare Zeit zu verspielen." In dieses Bild passt, dass lediglich in zwei Zukunftstechnologien mehr investiert werden soll als im Vorjahr: in Cloud und Künstliche Intelligenz. Blockchain oder Drohnen haben hingegen den Status von absoluten Nischentechnologien.

Über das PwC Maschinenbau-Barometer:

Das PwC Maschinenbau-Barometer ist das Ergebnis einer vierteljährlichen Panelbefragung unter Führungskräften des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Neben einer Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung spiegelt die Studie die Unternehmenserwartungen hinsichtlich zentraler Kennzahlen wie Kosten, Preise und Investitionsvolumina. Zudem werden in jeder Ausgabe wechselnde Themen vertieft.

Quelle: PwC Deutschland (ots)

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