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WeWork schließt Büros wegen Krebsgefahr

Freigeschaltet am 16.10.2019 um 07:08 durch Thorsten Schmitt
"Phone Booth" von WeWork
"Phone Booth" von WeWork

Bild: wework.com

Das US-Start-up WeWork muss in den USA und Kanada 2.300 seiner Telefonräume schließen, weil darin Spuren von Formaldehyd entdeckt wurden, einer krebserregenden Chemikalie. Für den Anbieter von Büroräumen für unabhängige Unternehmen kommt diese Entwicklung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da der geplante Börsengang im vergangenen Monat scheiterte und WeWork momentan um seinen wirtschaftlichen Fortbestand kämpft.

"Naturnahe Materialien ideal"

"Unternehmen sollten bei ihren Bürogebäuden möglichst naturnahe Materialien verwenden, um das Vorkommen schädlicher Chemikalien zu verhindern. Holzbauten, die Stoffe wie Hanf oder Schafwolle als Isoliermaterial verwenden, wären ideal. Das ist natürlich teilweise ein bisschen teurer, aber zu viele Firmen achten bei ihren Gebäuden nur auf die Entstehungskosten. Auf längere Sicht sind hier allerdings die Betriebskosten niedriger. Außerdem fühlen sich die Angestellten in solchen Räumlichkeiten wohler", erklärt Unternehmensberater Michael Zitterl im Gespräch mit pressetext.

Bei den sogenannten "Phone Booths" von WeWork handelt es sich um private Arbeitsplätze, von denen aus Mitarbeiter telefonieren können. Nachdem sich Angestellte über den Geruch in den kleinen Räumen sowie über Irritationen der Augen beschwert hatten, führte das Unternehmen eine Untersuchung durch. Dabei stellte sich heraus, dass in den Wänden Spuren des karzinogenen Materials Formaldehyd enthalten waren.

Großer Rückschlag für WeWork

Für WeWork bedeutet die Schließung der Telefonräume zusätzliche Kosten. Der Marktwert des Start-ups wurde noch im Januar dieses Jahres auf etwa 47 Mrd. Dollar geschätzt. Jedoch zeigten sich Investoren beim geplanten IPO skeptisch über das Management von Gründer und CEO Adam Neumann. Es zeigte sich zudem, dass WeWork 2018 Verluste von 1,6 Mrd. Dollar gemacht hatte. Der Börseneinstieg scheiterte und Neumann trat von seiner Position als CEO zurück.

Die prekäre Situation von WeWork, das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 12.500 Menschen, hat schwere Folgen für seine Mitarbeiter. Noch diese Woche sollen etwa 2.000 Stellen gestrichen werden. Der japanische Medienkonzern SoftBank, dem große Anteile von WeWork gehören, zeigt momentan Interesse daran, das Unternehmen zu übernehmen.

Quelle: www.pressetext.com/Georg Haas

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