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Lokführergewerkschaft kritisiert Bahn für ICE-Neubaustrecke

Archivmeldung vom 13.12.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.12.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer Claus Weselsky. Bild: Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)
Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer Claus Weselsky. Bild: Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Der Chef der Lokführergewerkschaft (GDL), wirft der Bahn einen Kaltstart auf der Neubaustrecke Berlin-München vor: "Unsere Lokführer tun ihr Bestes", sagte Weselsky den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Es hat aber keinen Probebetrieb für sie gegeben. Sie fahren nur mit Hilfe der Instrukteure, die einen solchen Probebetrieb gefahren sind."

Hinzu kämen bei der ICE-Baureihe 401 weitere Probleme, wie Ausfälle beim Display im Führerstand. "Dann müssen die Züge angehalten werden. Auf die Klärung der genauen Gründe der Pannen warten wir noch", sagte Weselsky. Das neue automatische Zugleitsystem ETCS sei zwar "ein funktionierendes System, aber wie so oft, läuft manches nicht sofort beim Start reibungslos", sagte der GDL-Chef. Es sei "eine hehre Behauptung des früheren Bahnchefs Rüdiger Grube, dass die Züge 2021 vollautomatisch unterwegs sind", sagte Weselsky den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Intelligente Fachleute rechnen damit frühestens 2035.

Zweifelhaft ist außerdem, dass sich die Milliardeninvestition in ETCS für ein 34.000 Kilometer langes Streckennetz überhaupt lohnt, um einen einzigen Mann vorne im Führerstand wegzurationalisieren." Die Technik sei ohne den Menschen anfällig, betonte Weselsky. "Wer sich einbildet, dass er die GDL so loswerden kann, wird sich täuschen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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