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Finanzexperte kritisiert EZB

Archivmeldung vom 10.11.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.11.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Dennis Witte
Gebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main
Gebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main

Foto: Bjweeks
Lizenz: CC-BY-2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Bank-Professor Jan-Pieter Krahnen sieht die geplante Überprüfung von Geschäftsmodellen der Banken durch die EZB-Bankenaufsicht kritisch: "Da bin ich sehr skeptisch. Für so etwas ist ein Bankaufseher gar nicht qualifiziert", sagte der Frankfurter Professor für Kreditwirtschaft und Finanzierung dem "Handelsblatt".

In einer Marktwirtschaft sei es Aufgabe der Investoren, die Geschäftsmodelle zu prüfen. Wichtiger sei es, dass die Aufseher dafür sorgten, dass gescheiterte Banken auch wirklich abgewickelt werden könnten – und zwar allein auf Kosten der privaten Investoren. Bis das funktioniere sei aber noch viel Regulierungsarbeit nötig. Dazu müsste seiner Ansicht nach unterbunden werden, dass Banken in riskante Anleihen anderer Banken investieren. Andernfalls werde "das Problem der Bank A zum Problem der Bank B".

Krahnen sprach sich dafür aus, dass künftig vor allem Versicherer, Hedgefonds und Pensionskassen Bankanleihen kaufen. Die Regulierung gehe derzeit aber in eine andere Richtung: Geplante Kapitalregeln zielten darauf ab, für Versicherer den Kauf von Bankanleihen unattraktiver zu machen. "Man versucht derzeit, die Versicherer gegen die Banken abzuschotten", sagte er.

Dabei wären gerade sie neben Hedgefonds und Pensionskassen geeignete Käufer von Bail-In-Anleihen, also Anleihen, die von Banken in Krisenzeiten einfach abgeschrieben werden dürfen. "Wenn wir nicht wollen, dass der Steuerzahler das Risiko einer Bankpleite übernimmt, dann braucht man andere, die das tun", sagte Krahnen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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