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Handelsverbands-Chef: "Handel bei Digitalisierung bestenfalls beim Frühstücksei"

Archivmeldung vom 05.03.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.03.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Cristine Lietz / pixelio.de
Bild: Cristine Lietz / pixelio.de

Für Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), steht der Handel beim Thema Digitalisierung noch ganz am Anfang. "Wenn man die Digitalisierung auf einen Tagesablauf überträgt, sind wir bestenfalls beim Frühstücksei. Was da noch kommt, kann man nur erahnen", sagte Sanktjohanser im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Jedoch würde sich der Handel immer mehr in Richtung Technologiebranche entwickeln. Auch in der Blockchain-Technologie sieht der HDE-Chef Potenzial: "Die dezentrale Organisation von Informationsströmen und Zertifikaten wie zum Beispiel Besitz- und Herkunftsnachweisen könnte im Handel vielfältig genutzt werden. Im Payment selbst wäre aber auch die Diskussion über digitales staatliches Geld spannend."

Ein großes Thema ist für Sanktjohanser der Bereich künstliche Intelligenz, zum Beispiel Sprachassistenten. Allerdings sieht er bei der sich dynamisch entwickelnden Zahl in deutschen Haushalten die Gefahr, dass sie eine Gatekeeper-Funktionen entwickeln: "Es darf nicht passieren, dass Sprachassistenten entscheiden, welcher Hersteller oder Händler bevorzugt zum Zuge kommt."

Mit Blick auf den Onlinehandel, dessen Umsatz jährlich um rund vier Milliarden Euro wächst, kritisierte Sanktjohanser ein Ungleichgewicht der rechtlichen Rahmenbedingungen. "Der kleine Onlinehändler muss die gleichen Chancen haben wie die Tech-Riesen. Die in Brüssel geplante E-Privacy-Verordnung beispielsweise bewirkt genau das Gegenteil", so der HDE-Chef zum Thema Datenschutz. "Wir wollen kein Anti-Amazon-Gesetz. Aber wir brauchen Chancengleichheit und fairen Wettbewerb zwischen allen Akteuren auf dem Markt." Gerade für kleine Einzelhändler könne die Verordnung existenzgefährdend sein.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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