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Bundesbank bei Zinssenkungen weiter skeptisch

Archivmeldung vom 21.05.2024

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.05.2024 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Hauptsitz der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main – Zentralbanken können den Goldpreis erheblich beeinflussen
Hauptsitz der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main – Zentralbanken können den Goldpreis erheblich beeinflussen

Foto: dontworry
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Bundesbankchef Joachim Nagel hält eine erste Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni nach Lage der Dinge für "plausibel" - bleibt aber was weitere Zinssenkungen angeht skeptisch. Gegenüber dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) und anderen europäischen Zeitungen trat er dem Eindruck entgegen, dass der weitere Kurs der Zinswende abgesteckt wäre und zwingend weitere Zinssenkungen folgen: "Wir sind nicht auf Autopilot", sagte er, und: "Wir sollten die Zinsen nicht vorschnell senken und das Erreichte gefährden."

Nagel stellt auf ein gewisses Auf und Ab bei der Inflation ein, sieht die EZB aber insgesamt auf Kurs zum Inflationsziel. "Es kann durchaus Monate geben, in denen die Inflation ein wenig anzieht, da einige Preise zu Schwankungen neigen - insbesondere die Energiepreise", sagte Nagel. "Im Großen und Ganzen erwarte ich, dass die Inflation weiter in Richtung unseres Zwei-Prozent-Ziels sinkt und es im Jahr 2025 erreicht." Nagel sieht nach eigenen Angaben "keine Anzeichen für eine sich selbst verstärkende Lohn-Preis-Spirale". 

Der Bundesbankchef rechnet damit, "dass sich der Lohnanstieg bei weiter zurückgehender Inflation abschwächen wird." Dennoch mahnt Nagel zu Wachsamkeit: "Wir müssen das Lohnwachstum, die Gewinnspannen der Unternehmen und ihre Auswirkungen genau im Auge behalten." 

Der Bundesbank hatte das Interview neben dem "Handelsblatt" gleichzeitig auch den Zeitungen "Les Échos" aus Frankreich, "Corriere della Sera" aus Italien und "El Mundo" aus Spanien gegeben.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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