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Bahn zahlte seit 2015 über 500 Millionen Euro an externe Berater

Archivmeldung vom 17.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Konzernzentrale der Deutschen Bahn AG am Potsdamer Platz in Berlin. Bild: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
Konzernzentrale der Deutschen Bahn AG am Potsdamer Platz in Berlin. Bild: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Nicht nur die Bundeswehr steht wegen teurer Beraterverträgen in der Kritik: Auch die Deutsche Bahn hat nach Informationen der "Bild am Sonntag" von 2015 bis 2018 über eine halbe Milliarde Euro für externe Berater ausgegeben. Bahn-Chef Richard Lutz zieht nun die Notbremse. Ein Bahn-Sprecher sagte "Bild am Sonntag": "Der Konzernvorstand hat für das kommende Jahr eine starke Reduzierung von Beratungskosten beschlossen, die einen Budgetdeckel von 100 Millionen Euro vorsieht."

Zuletzt waren die Honorare immer üppiger geworden, Beraterfirmen hatten beim hoch verschuldeten Konzern (aktuell knapp 20 Milliarden Euro) ordentlich abkassiert: So zahlte die Bahn 2015 circa 80 Millionen, 2016 rund 120 Millionen und 2017 sogar 160 Millionen Euro an externe Berater. Laut "Bild am Sonntag" sollen es 2018 über 150 Millionen Euro werden. Nach Ansicht vieler Eisenbahner war das Geld schlecht investiert. Kritik kommt auch von Torsten Herbst, FDP-Obmann im Verkehrsausschuss: "Das Strategiedefizit im DB-Konzern lässt sich nicht durch den Einkauf teurer Berater lösen. Weder Vorstand noch Aufsichtsrat haben eine klare Vorstellung davon, was der Konzern zukünftig leisten soll und was nicht." Dementsprechend sei bisher auch kein schlüssiges Konzept erkennbar, wie das Unternehmen die organisatorischen und finanziellen Probleme im Personen- und Güterverkehr in den Griff bekommen könne. Herbst: "Das ist ein klarer Fall von Führungsschwäche. Und diese können auch externe Berater nicht beheben."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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