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"Nicht verkehrsfähige Ware": New Yorker-Chef Knapp will Amazon verklagen

Archivmeldung vom 21.08.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.08.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Thorben Wengert  / pixelio.de
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Der Braunschweiger Modeunternehmer Friedrich Knapp will sich erneut mit Amazon anlegen. Das gibt der Inhaber des Fast Fashion-Filialisten New Yorker in einem Interview mit der TextilWirtschaft (dfv Mediengruppe) bekannt. Der Grund: Ein Großteil der Textilien bei Amazon entspreche nicht dem Textilkennzeichnungsgesetz.

Knapp sagt: "Wir haben bei Amazon 20 Teile gekauft, vor allem Marktplatzware aus China. Kein einziges entsprach dem Textilkennzeichnungsgesetz und ist damit eigentlich nicht verkehrsfähig." Man sei nun dabei, die Fälle zu sortieren, dann wolle man sich "Amazon zur Brust nehmen. Einstweilige Verfügung, Abmahnung, alles, was das Rechtssystem so hergibt. Es ist einfach nicht einzusehen, dass bei uns quasi wöchentlich Kontrollen stattfinden, während Amazon & Co. den Markt ungehindert mit unverzollter und unversteuerter Ware fluten können."

Knapp will mit seiner Aktion andere Unternehmer ermutigen, ebenfalls gegen unlauteren Wettbewerb vorzugehen. Er habe das Gefühl, die meisten Unternehmer fühlten sich ohnmächtig angesichts der wachsenden Marktanteile von Online-Riesen und gleichzeitig erodierenden Städten. "Es ist traurig. Niemand hat den Mut, etwas zu unternehmen und politisch passiert auch nichts." Der Handel brauche einen neuen Verband, der "wirklich die Interessen des Handels vertrete".

Ein Amazon-Sprecher erklärte auf Anfrage der TextilWirtschaft: "Angebote von Amazon oder unseren Verkaufspartnern müssen selbstverständlich entsprechende gesetzliche Vorgaben erfüllen. Sofern es im Einzelfall Fälle geben sollte, in denen zum Beispiel keine korrekte Textilkennzeichnung auf der Produktdetailseite vorhanden sein sollte, prüfen wir das selbstverständlich umgehend. New Yorker kann sich jederzeit mit den konkreten Fällen an uns wenden."

Die bevorstehende Auseinandersetzung ist nicht das erste Mal für beide Parteien. 2018 hat New Yorker wegen Plagiaten auf der Amazon-Plattform prozessiert - und gewonnen. Der Vorwurf damals: Auf Amazon würden ohne wirksame Kontrollen gefälschte und unlizenzierte Waren angeboten.

New Yorker verkauft Mode für eine junge Zielgruppe. 1971 haben Tilmann Hansen und Michael Simson den ersten New Yorker-Laden in Flensburg eröffnet. Heute führt das Unternehmen mit Sitz in Braunschweig über 1000 Läden und beschäftigt 16.000 Mitarbeiter. Friedrich Knapp hat New Yorker 2001 übernommen. Der 67-Jährige ist alleiniger Inhaber und führt sein Unternehmen eigenwillig. Im Gegensatz zu fast allen Mitbewerbern verzichtet New Yorker bis heute auf einen Online-Shop.

Quelle: TextilWirtschaft (ots)

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