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Personalern reicht ein Satz für Jobzusage

Archivmeldung vom 23.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bewerbungsgespräch: Urteil in Sekunden.
Bewerbungsgespräch: Urteil in Sekunden.

Bild: unsplash.com, Johanna Buguet

Bei einem Bewerbungsgespräch bewerten Personaler Jobanwärter schon nach wenigen Sekunden an der Art, wie sie sprechen. Anhand von wenigen Worten schätzen sie den Sozialstatus der Bewerber ein und entscheiden unterbewusst, ob diese für die ausgeschriebene Stelle geeignet sind. Das ergibt eine Studie der Yale University.

Interviewer voreingenommen

"Wir Menschen bewerten andere auf Basis unserer individuellen Prägungen, Erfahrungen und gelernten Muster. So attestieren wir einer Person mit hohen rhetorischen Fähigkeiten meist auch einen entsprechend höheren sozialen Status oder Bildungsgrad. Gerade bei Bewerbungsgesprächen laufen Interviewer somit Gefahr, unbewusst bereits eine Voreingenommenheit gegenüber einem Jobbewerber zu haben. Dieser befindet sich dann automatisch entweder in einer schlechteren oder besseren Ausgangssituation", erklärt Christian Oberleiter, Trainer und Speaker für das Thema Leadership, im pressetext-Interview.

Die Forscher der Yale University haben in vier vorherigen Studien untersucht, wie Menschen anhand der Sprechweise den Sozialstatus von anderen einschätzen. Dabei zeigte sich, dass Menschen nur sieben zufällige Wörter brauchen, um den sozioökonomischen Hintergrund ihres Gegenübers, der von der Bildung und finanziellen Situation abhängig ist, mit überdurchschnittlicher Präzision festzustellen.

Qualifikationen oft unwichtig

Um zu analysieren, wie sich diese Einschätzungen bei Bewerbungsgesprächen auswirken, zogen die Forscher 20 Jobkandidaten mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen heran. Diese bewarben sich für eine Stelle als leitender Angestellter in einem Labor der University of Yale. 247 Studienteilnehmer, die alle Erfahrung mit Rekrutierungen hatten, untersuchten entweder die Audioaufnahmen oder die Transkripte der Bewerbungen und schätzten die Eignung und das ideale Anfangsgehalt der Jobanwärter ein.

Die Studienteilnehmer, die nur die Audioaufnahmen der Kandidaten hörten, konnten wesentlich besser deren Sozialstatus einordnen. Ohne ihre tatsächlichen Qualifikationen zu kennen, schätzten sie die Bewerber mit höherem Sozialstatus als eher für den Job geeignet ein. Sie empfahlen für diese Jobanwärter auch ein höheres Gehalt. Das Forschungs-Team meint, diese unterbewussten Vorurteile müssten mehr bewusst gemacht werden, um sie zu vermeiden. Menschen aus allen möglichen Hintergründen sollten die gleichen Chancen auf einen Job haben.

Quelle: www.pressetext.com/Georg Haas

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